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| 19:27 Uhr

Strukturwandel in der Lausitz
Innovationscampus in Cottbus geplant

 Der Zentralcampus der  Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg in Cottbus. Die BTU soll ein Hauptakteur bei dem geplanten Innovationszentrum in der Lausitzmetropole sein.
Der Zentralcampus der  Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg in Cottbus. Die BTU soll ein Hauptakteur bei dem geplanten Innovationszentrum in der Lausitzmetropole sein. FOTO: Michael Helbig
Potsdam. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) hat am Mittwoch in Potsdam Projekte ihrer Lausitz-Strategie vorgestellt. So soll in Cottbus ein Innovationscampus  entstehen. Für Batterieforschung hat sich das Land bisher nicht ins Gespräch gebracht. Von Benjamin Lassiwe

Die Entscheidung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU), die Forschung an Batterizellen nach Münster zu geben, hat in Brandenburg und Sachsen für Unmut gesorgt. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) sagte, dass sich das Land  nicht um einen Standort für Batterieforschung beworben habe. „Um so einen Zuschlag zu bekommen, muss man eine stabile Forschungslage in diesem Bereich haben – und die haben wir nicht“, erklärte Münch am Mittwoch vor Journalisten in Potsdam. „Wir haben keinen Forschungsstandort, der in diesem Bereich forscht.“ Allerdings sei sie enttäuscht darüber, dass das geplante Forschungsinstitut in Münster angesiedelt werden soll.

„Der Bund hat schließlich immer gesagt, man wolle die Batteriezellforschung gezielt in die neuen Länder geben.“ Sie hoffe aber weiterhin darauf, dass die Produktion der neu entwickelten Batterien in Schwarzheide oder an anderen Orten in der Lausitz stattfinden könne. BASF in Schwarzheide habe bekanntlich Interesse daran bekundet, in die Batterieproduktion einsteigen zu können.

Münch stellte am Mittwoch weitere Projekte ihrer Lausitzstrategie vor. „Ich freue mich, dass eine ganze Reihe innovativer Forschungsvorhaben sowie hochkarätiger Ansiedlungen von Forschungseinrichtungen auf den Weg gebracht wurden“, sagte Münch.

Im Rahmen des Sofortprogramms, das bis 2021 auf den Weg gebracht werden soll, ist beispielsweise geplant, einen zunächst aus 25 Forschungsstellen bestehenden Innovationscampus Mikrosensorik zu gründen.

An dem Projekt sollen die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg  sowie je zwei außeruniversitäre Forschungsinstitute der Leibniz- und der Fraunhofergesellschaft beteiligt sein. „Mit dem Innovationscampus haben wir hervorragende Möglichkeiten, um unseren Beitrag für die Stärkung der Region zu leisten“, sagte der Direktor des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme in Dresden, Harald Schenk. Dort sollen neuartige Sensoren für die Digitalisierung der industriellen Produktion, der Landwirtschaft und der Medizin entwickelt werden. Für das Jahr 2030 sei ein Bedarf von 100 Billionen Mikrosensoren errechnet worden.

Die amtierende Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg, Christiane Hipp, betonte, die Diskussionen zu Klimawandel, Umweltschutz, CO2-Neutralität und Kreislaufwirtschaft hätten der BTU neuen Schwung gegeben. „Wir sind sehr sehr froh und zuversichtlich, dass wir uns mit den finanziellen Möglichkeiten noch einmal ganz neu in der Lausitz für die Lausitz positionieren können“, sagte Hipp. Auf Nachfrage erklärte sie, dass sich die BTU auch weiterhin „mit großem Engagement“ um eine Mitgliedschaft in der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) bemühe. „Das Thema Forschungsstärke ist noch nicht gelöst, aber die neuen Kooperationen werden uns da stärken“, so Hipp. Die Uni habe zudem den Anteil der internationalen Studierenden und der Studiengänge steigern können. Momentan verzeichne die BTU rund 7200 Studenten. „Wir würden gern wieder über die 8000er-Grenze kommen“, sagte Hipp. „10 000 wie vor fünf Jahren werden wir in den nächsten Jahren aber nicht erreichen können.“

 „Wir haben keinen Forschungsstandort, der in diesem Bereich forscht“, begründete Ministerin Martina Münch eine fehlende Bewerbung für die Batterieforschung.
„Wir haben keinen Forschungsstandort, der in diesem Bereich forscht“, begründete Ministerin Martina Münch eine fehlende Bewerbung für die Batterieforschung. FOTO: dpa / Soeren Stache
 Der Zentralcampus der  Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg in Cottbus. Die BTU soll ein Hauptakteur bei dem geplanten Innovationszentrum in der Lausitzmetropole sein.
Der Zentralcampus der  Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg in Cottbus. Die BTU soll ein Hauptakteur bei dem geplanten Innovationszentrum in der Lausitzmetropole sein. FOTO: Michael Helbig
 „Wir haben keinen Forschungsstandort, der in diesem Bereich forscht“, begründete Ministerin Martina Münch eine fehlende Bewerbung für die Batterieforschung.
„Wir haben keinen Forschungsstandort, der in diesem Bereich forscht“, begründete Ministerin Martina Münch eine fehlende Bewerbung für die Batterieforschung. FOTO: dpa / Soeren Stache