Bund und Länder haben am Dienstagnachmittag, 16. März, angekündigt, mit drastischen Einschränkungen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu bremsen. Zahlreiche Geschäften soll daher geschlossen werden. Doch wie soll sich Zeitungsleser über das Virus auf dem Laufenden halten, wenn die Kioske geschlossen sind? Dazu hat der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger nun (BDZV) eine Ausnahmeregelung erkämpft.

„Wir haben gegenüber der Bundesregierung (...) darauf gedrungen, dass die zum Schutz vor einer Ausbreitung des Corona-Virus notwendigen Maßnahmen nicht zu einer Einschränkung der Berichterstattung durch die Medien und hier insbesondere durch die Zeitungen führen dürfen“, erklärt BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff.

Erreicht wurde, dass ungeachtet der aktuellen Geschäftsschließungen die Verkaufsstellen von Zeitungen (unter anderen Kioske) geöffnet bleiben. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung mit gedruckten Informationen jederzeit und überall gewährleistet werden.

Journalisten nicht in Liste systemrelevanter Berufe

Doch wie können Informationen recherchiert werden, wenn Reporter aufgrund von Schul- und Kitaschließungen zu Hause bleiben müssen, um ihre Kinder zu betreuen? Der Deutsche Journalisten-Verband fordert in dem Zusammenhang, dass Journalisten in die Liste der systemrelevanten Berufsgruppen aufgenommen werden. „Die Kinder von Journalistinnen und Journalisten müssen betreut werden, damit ihre Eltern recherchieren und berichten können“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. „Das ist in Krisenzeiten wichtiger denn je.“ Die Menschen hätten ein Anrecht auf Informationen, die so nur von Presse und Rundfunk kommen könnten. Die Behörden dürften Journalisten nicht allein lassen.

Nur für Kinder deren Eltern in „systemrelevanten Berufsgruppen“ arbeiten, sind bis jetzt Notfallbetreuungsmaßnahmen vorgesehen.