Die Wirtschaft in Südbrandenburg und Ostsachsen ächzt unter den Folgen des Corona-Lock-Downs der zurückliegenden Wochen. Einen dramatischen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt konnten vor allem die großzügigen Regelungen zur Kurzarbeit in der Region verhindern. Trotzdem sind auch die großen und mittelständischen Industriebetriebe in der Lausitz nicht verschont geblieben von Grenzschließungen und unterbrochenen, internationalen Lieferketten. „Nach wie vor ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für uns alle", sagte beispielsweise der Vorstandsvorsitzende von BASF Martin Brudermüller in der vorigen Woche in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Krise und eine schwache Nachfrage der Autoindustrie belasteten weiterhin die Geschäfte des Chemiekonzerns, der auch in Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) in der Lausitz ein Werk betreibt. Nach einer Umfrage der Strategieberatung McKinsey unter mehr als 500 Entscheidern von mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind 73 Prozent der Befragten von Ausfällen in ihren Lieferketten betroffen. Jedes vierte Unternehmen überlegt demnach inzwischen, Teile seiner Lieferketten seltener auszulagern.

Mit Lagerhaltung gegen schlechte Zeiten vorsorgen

Da ist klar im Vorteil, wer in den zurückliegenden Jahren Lagerhaltung nicht komplett reduziert hat. „Ich bin in der Mangelwirtschaft der einstigen DDR groß geworden. Da steckt das irgendwie drin, dass man für schlechte Zeiten vorsorgt“, sagt beispielsweise Helmut Hoffmann, der Geschäftsführer des mittelständischen Elektro- und Schaltanlagenbauers uesa in Uebigau-Wahrenbrück (Elbe-Elster). Auch seine Firma musste corona-bedingte Engpässen umschiffen.