Die amtierende BTU-Präsidentin Prof. Christiane Hipp hatte die Anfrage an den Lehrstuhl Konstruktion und Fertigung weitergeleitet: Ob es wohl möglich wäre, an der Universität dringend benötigte Gesichtsvisiere herzustellen?

Die Mitarbeiter des Lehrstuhls machten sich sofort an die Arbeit und konnten jetzt knapp 50 Visiere an den Leitenden Notarzt des Rettungsdienstes der Stadt Cottbus, Dr. Thomas Lembcke, überreichen. „Die Schutzschilde sind prima“, sagte er nach einer ersten Anprobe. Bisher müssten die Rettungskräfte mit Schutzbrillen arbeiten, die aber würden schnell beschlagen und seien unbequem für Brillenträger.

Diese Visiere werden über Atemschutzmasken getragen und stellen einen zusätzlichen Schutz dar, da sie undurchlässig sind für virushaltige Tröpfchen und dadurch nicht nur Mund und Nase, sondern auch den Augenbereich abdecken.

Die Schilde für die Rettungsleitstelle der Feuerwehr sind ein Geschenk der Uni. Lehrstuhlinhaber Prof. Markus Bambach sagt aber: „Wir helfen gerne auch Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen, denen wir die Masken zum Selbstkostenpreis überlassen würden.“

Corona-Schutzvisiere aus dem 3D-Drucker

Solange der Unibetrieb ruht, würden die 3D-Drucker für die Herstellung der Visiere ohnehin anderweitig nicht genutzt. „Das Material kostet nicht viel“, sagt Bambach. „Würden wir allerdings unsere Arbeitszeit mit einkalkulieren, würde ein Gesichtsschild etwa 30 Euro kosten.“ Noch in Arbeit ist ein provisorisches Beatmungsgerät, das kommende Woche fertig sein soll.

Youtube Das provisorische Beatmungsgerät

Auch das Klinikum Elbe-Elster kann sich über eine Spende von Schutzvisieren freuen: 200 Schilde stammen aus der Produktion von vernetzten Offenen Werkstätten und Fablabs aus Brandenburg und Berlin. Dazu gehören auch Vereine und Organisationen aus Spremberg, Cottbus und Lübbenau.

Das Netzwerk konnte bis Ostern bereits 12 000 Gesichtsvisiere herstellen. Die Bestellungen belaufen sich nach Angeben der Organisatoren bereits auf rund 25 000 Stück. Die Anfragen kommen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Unterstützt werden Arztpraxen, Pflegeheime und kleiner Krankenhäuser. Die Visiere, die aus leicht zu desinfizierenden Einzelteilen bestehen, werden kostenlos abgegeben.

Keine öffentliche Förderung für Corona-Schutzvisiere

Öffentliche Förderung für dieses Projekt gibt es nicht, die Ehrenamtler finanzieren sich über Spenden. Darüber empören sich die Initiativen: Es könne nicht sein, dass profitorientierte Unternehmen finanziell vom Staat unterstützt würden, das Gesundheitswesen aber über das Ehrenamt kostenneutral gerettet werden müsse.

Spendenkonto: GLS-Bank. Kontoinhaber: Verbund Offener Werkstätten e.V. IBAN: DE22 4306 0967 1144 2357 02. Verwendungszweck: Corona-Hilfe-Brandenburg. Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden.