In diesem Artikel geht es um die Corona-Regeln in Brandenburg mit Stand vom 12. Januar. In diesem Artikel haben wir die neusten Erkenntnisse zur neuen Verordnung aufgeschrieben.
Auch in Brandenburg sorgt man sich um die Omikron-Variante des Coronavirus, die im Land seit Anfang Januar vorherrschend ist – auch wenn die Corona-Zahlen unter der Woche (Stand, Mittwoch, 12.01.22) entgegen den Bundestrend rückläufig waren. Am Freitag werden Änderungen in der Eindämmungsverordnung beschlossen. Am Montag, 17.01.22, sollen die neuen Regeln dann in Kraft treten.
  • In Brandenburg diskutierte die Landesregierung am 11.01.2022, über die Verschärfung der Corona-Regeln
  • Das Ergebnis der Kabinettssitzung: Das Land setzt die Vereinbarungen aus der Ministerpräsidentenkonferenz um
  • Damit wird 2G-Plus in Brandenburg in der Gastronomie gelten
  • Zudem wird die FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV eingeführt
  • Für Personen, die eine Auffrischimpfung (Booster) erhalten haben, gibt es laut dem Land Brandenburg keine weiteren Einschränkungen

Corona in Brandenburg: Zahlen und Inzidenz entwickelten sich zuletzt gegen den Bundestrend

Gegen den Bundestrend ist in Brandenburg die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Corona-Ansteckungen den zweiten Tag in Folge leicht gesunken (Stand 12.01.2022). Die Zahl neuer Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche sank auf 463,0, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch berichtete. Am Vortag hatte dieser Wert 491,8 betragen und am Montag bei 518,0 gelegen. Bundesweit gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit 407,5 an.
Innerhalb eines Tages kamen in Brandenburg 2587 neue Corona-Infektionen hinzu, nach 1048 am Vortag. Vor einer Woche waren es 3324 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz wurde wie am Vortag mit 610,9 vom Landkreis Teltow-Fläming gemeldet, gefolgt vom Landkreis Dahme-Spreewald mit 558,5 und dem Landkreis Prignitz mit 540,1.
Die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten, die stationär in Kliniken behandelt werden, stieg deutlich auf 515 ab, nach 329 am Vortag. 137 Patienten werden auf Intensivstationen behandelt, davon müssen 112 beatmet werden. Dies sind jeweils etwas weniger als am Dienstag. Der Anteil der verfügbaren Intensivbetten, die mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt sind, sank von 19,9 Prozent am Dienstag auf 18,1 Prozent und blieb damit im gelben Bereich. Ab 20 Prozent schaltet die Warnampel auf Rot.

2G+ in der Gastronomie: Ausnahmen für Geboosterte

Mit der aktualisierten Verordnung soll der Zugang für die Gastronomie, Bars und Kneipen nur noch nach der 2G-Plus-Regel möglich sein. Doppelt Geimpfte und Genesene brauchen dann einen zusätzlichen Test, um Zutritt zu bekommen. Für alle, die eine Booster-Impfung haben, entfallen diese Tests jedoch. Bislang gilt in Brandenburg die 2G-Regel – also Geimpfte und Genesene dürfen in Restaurants essen und im Einzelhandel einkaufen.

FFP2-Maskenpflicht: OP-Masken reichen im ÖPNV nicht mehr

Auch die Maskenpflicht wird verschärft. Künftig sind im ÖPNV FFP2-Masken vorgeschrieben. Die herkömmlichen OP-Masken bieten gegen die Omikronvariante keinen ausreichenden Schutz, heißt es in einer Pressemitteilung der brandenburgischen Staatskanzlei. Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) verwies am Freitag auf die steigenden Infizierungen mit der Ausbreitung der Omikronvariante. Angesicht der relativ niedrigen Impfquote bestehe weiterhin die Gefahr, dass das Gesundheitssystems und die kritische Infrastruktur überlastet werden.
Die vereinbarten neuen Maßnahmen „schützen neben Kontaktvermeidung am besten vor Omikron“, betonte Woidke.

2G-plus-Regel bei Veranstaltungen: Was gilt für Geboosterte?

Wenn Veranstalter – etwa von Kulturveranstaltungen – vom optionalen 2G-Plus-Modell Gebrauch machen, ist auch dort für geboosterte Personen kein Testnachweis erforderlich. Das teilte das Land Brandenburg nach einer Kabinettssitzung am 11.01.2022 mit.

Weitere Corona-Regeln: Alle anderen früheren Regeln bleiben bestehen

Neben den Verschärfungen sollen die Corona-Regeln bestehen bleiben. Diese sind:
  • private Zusammenkünfte auch von vollständig Geimpften/Genesenen (2G) bleiben auf 10 Personen beschränkt;
  • für Ungeimpfte gilt weiter: 1 Haushalt + 2 Personen eines weiteren Haushaltes (Kinder bis 14 ausgenommen)
  • Clubs und Diskotheken („Tanzlustbarkeiten“) bleiben geschlossen; Tanzveranstaltungen bleiben verboten
  • flächendeckend 2G für Kultur- und Freizeitgestaltung; viele Veranstalter entscheiden sich optional für 2G+ oder das Tragen von FFP2-Masken während der Veranstaltungen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen

MPK: Regelung für Quarantäne werden verschärft

  • Die Zeiträume für Isolation und Quarantäne sollen neu geregelt werden. Sie enden in der Regel nach 10 Tagen (bisher 14 Tage); man kann sich jedoch bereits nach 7 Tagen freitesten (PCR oder zertifizierter Antigen-Schnelltest „Bürgertest“).
  • Für Beschäftigte in Einrichtungen mit besonderes verletzlichen Personen (z. B. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen) ist das Freitesten nach 7 Tagen nur mit PCR-Test möglich. Für Kontaktpersonen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, entfällt die Quarantänepflicht grundsätzlich.

Woidke sorgt sich um die kritische Infrastruktur

„Durch die Gleichzeitigkeit vieler Infektionen und einer noch zu geringen Impfquote besteht weiterhin die Gefahr einer starken Belastung des Gesundheitssystems und der sogenannten kritischen Infrastruktur“, erklärte Brandenburgs Ministerpräsident Woidke im Anschluss an das digitale Treffen mit Olaf Scholz.

Kritik von Dehoga

Der Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg (DEHOGA) sieht durch die 2G-plus-Regel weitere Belastungen auf die Branche zukommen. Präsident Olaf Schöpe spricht in diesem Zusammenhang von Aktionismus, mit dem die Omikron-Variante bekämpft werden soll. Es sei kein Virologe, betonte er, könne aber auch nicht die großen Auswirkungen im Kampf gegen die Pandemie erkennen.
„Ich weiß nicht, wie viele Kollegen weitere Einschränkungen überstehen werden“, sagte er gegenüber moz.de. Noch gebe es keine verlässlichen Zahlen, wie viele Gastwirte in Brandenburg in den vergangenen zwei Jahren aufgeben mussten. Vor allem ältere Kollegen hätten sich entschlossen, angesichts der unsicheren Lage vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.
Mehr zum Thema Corona und die Folgen für Brandenburg und Berlin lesen Sie auf unserer Themenseite.
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