Brandenburgs Landesregierung hat das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern entsprechend einer Vereinbarung von Bund und Ländern vorerst bis Ende Oktober verlängert. Darauf habe sich das Kabinett am Dienstag, 7. Juli, verständigt, teilte die Staatskanzlei mit. Außerdem würden Planungssicherheit und rechtliche Sicherheit für die Zeit nach dem 31. August geschaffen.

Schutz der Gesundheit der Bevölkerung vor Corona

Die Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen wie Volksfesten, Konzerten oder Sportevents sei zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung erforderlich, hieß es. Grund sei, dass bei solchen Veranstaltungen Menschen aus verschiedenen Regionen auf engem Raum zusammenkommen.
Diese Intensität der Kontakte erhöhe die Gefahr einer Übertragung des SARS-CoV-2-Virus erheblich. Zudem sei bei Großveranstaltungen die Rückverfolgung von Kontaktpersonen sehr schwierig.
„Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, betonte Gesundheitsstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer (Grüne).

Leichter Corona-Anstieg in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg wächst weiter leicht. Von Montag auf Dienstag seien zwei neue bestätigte Fälle gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Allerdings kamen insgesamt fünf neue Fälle hinzu – drei im Landkreis Märkisch-Oderland und je ein Fall in den Landkreisen Oder-Spree und Teltow-Fläming.
Weil aber drei Infektionen im Kreis Dahme-Spreewald bei einer Korrektur abgezogen wurden, erhöhte sich die Zahl unterm Strich um zwei Fälle.
Seit Anfang März zählte das Land 3501 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Seitdem starben 172 Corona-Patienten. Als genesen gelten rund 3230 Menschen – 10 mehr als am Vortag –, als erkrankt rund 100.

Sachsen erlaubt ab 1. September Großveranstaltungen

Sachsen will vom 1. September an wieder Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zulassen, wenn eine Kontaktnachverfolgung aller Teilnehmenden möglich ist. Darin eingeschlossen seien auch etwa Vorstellungen in der Dresdner Semperoper, wenn die Gäste personalisierte Daten hinterlassen, kündigte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag, 7. Juli, in Dresden an. Die neue Coronaschutzverordnung will das Kabinett am nächsten Dienstag beschließen. Sie gilt dann vom 18. Juli bis 30. August.

Corona-Lockerungen für kleine Theater in Sachsen

Geplant sei auch, dass kleine Theater ihre Plätze ausschöpfen dürfen. Voraussetzung sei aber auch dort eine mögliche Rückverfolgung der Kontakte. Zudem sollen Jahrmärkte, Volks- und Weinfeste wieder erlaubt werden, aber nur wenn ein genehmigtes Hygienekonzept vorliege, wie Köpping unterstrich.

Maskenpflicht beim Einkauf in Sachsen bleibt

Festhalten wird Sachsen an der Maskenpflicht beim Einkauf und im öffentlichen Nahverkehr. Köpping hatte sich zwar für eine Lockerung beim Tragen des Mund-Nasenschutzes ausgesprochen. Ihr sei aber eine bundesweit einheitliche Regelung wichtig, sagte sie. Bund und Länder hatten sich auf eine weitere Maskenpflicht verständigt.

Keine Lockerung bei Kontaktbeschränkungen in Sachsen

Bleiben sollen in Sachsen auch die Kontaktbeschränkungen. Demnach sind Treffen von Mitgliedern aus zwei Hausständen beziehungsweise zehn Personen möglich. Ausnahmen soll es bei Betriebs- und Vereinsfeiern geben, bis zu 50 Personen seien dann erlaubt.
In Sachsen waren bis Dienstagmittag laut Köpping 5455 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Laut Köpping gibt es aktuell zwei kleinere lokale Coronavirus-Ausbrüche in Leipzig. Betroffen sind unter anderem zwei Betreiber einer Kneipe.