Die seit 8. März möglichen Corona-Lockerungen beim Einkaufen sehen die Brandenburger Einzelhändler skeptisch. „Erste Befragungen landesweit haben ergeben: Ein großes Geschäft ist damit nicht zu machen“, sagte Wolfgang Krampmeier, Leiter Regionalbereich Mittelbrandenburg und Nordwestbrandenburg des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, auf Anfrage.
Es sei mehr Aufwand als Nutzen bislang. Niemand sei mit der Verordnung zufrieden. „Wir brauchen die nächste Lockerung“, betonte er. Es gebe regional Gebiete, in denen die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus weiter gesunken sei.
Die Nachfrage nach Terminen sei derzeit nicht sehr groß. „Ein Einkaufsbummel läuft eigentlich eher spontan ab, ohne Terminabsprachen“, sagte Krampmeier.
Doch davon könne keine Rede sein, wenn erst ein Termin in dem Laden vereinbart werden müsse.

Brandenburgs Termin-System lohnt sich nicht für Einzelhändler

In ländlichen Gebieten sei es möglicherweise anders: da gebe es in den Läden viele Stammkunden, zu denen auf diese Weise der Kontakt gehalten werde.
„Aber eigentlich lohnt es sich bislang nicht“, sagte Krampmeier. So rufe jemand an, während der Inhaber gerade im Gespräch mit einem Kunden sei. Denn noch lohne es nicht, Personal wieder zu aktivieren.
Dieses Termin-System sei möglicherweise etwas für Käuferschichten, die nicht im Internet einkaufen können oder wollen.
„Mittlerweile gibt es auch ein einheitliches Formular in den Läden, in denen die Daten der Kunden eingetragen werden zur Nachverfolgung der Kontakte“, sagte er. In den Orten würden die Ordnungsämter schon darauf schauen. Dann sei es wichtig, entsprechende Angaben liefern zu können, sagte er.