In Brandenburg sollen schon bald weitere Corona-Einschränkungen fallen - vor allem für Freizeit- und Amateursportler und für Reisende. Das kündigte Regierungssprecher Florian Engels am Dienstag in Potsdam an. Fußball, Handball oder Judo solle bald auch für Erwachsene möglich sein. Bisher ist das nur für Kinder und Jugendliche der Fall. An Deck von Passagierschiffen soll künftig auf den Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden. In Reisebussen solle der Mindestabstand von 1,5 Metern wegfallen, aber Masken wie in öffentlichen Bussen und Bahnen sollten dort zur Pflicht werden.
Die rot-schwarz-grüne Landesregierung wolle über die Erleichterungen am 30. Juni entscheiden, sagte der Regierungssprecher. Auch darüber, wann sie in Kraft treten: „Dies soll möglichst kurzfristig erfolgen.“ Darauf habe sich das Kabinett am Dienstag auf Vorschlag von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verständigt. Die Lockerungen für Besucher von Ausflugsschiffen und Reisebussen sollten aus Gründen der Praktikabilität vorgenommen werden.
Brandenburg lockerte zahlreiche Einschränkungen zum 15. Juni, als Kitas wieder komplett öffnen konnten und Kontaktbeschränkungen wegfielen. Der Mindestabstand von 1,5 Meter und die Hygieneregeln gelten aber weiter. Clubs, Diskotheken und Dampfsaunen sind zum Beispiel noch geschlossen. Die jetzigen Regeln laufen vorerst bis zum 16. August.

Rückkehr zu Corona-Beschränkungen in Brandenburg möglich

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Erik Stohn, schließt eine Rückkehr zu Beschränkungen in Brandenburg wegen der Corona-Pandemie nicht aus, sollte das Virus wieder in Größenordnungen ausbrechen. Er sieht dafür aktuell aber keinen Bedarf. „Wir haben ja auch Alarmmechanismen eingebaut“, sagte Stohn. Bei einem Virusausbruch könnten einzelne Einrichtungen geschlossen werden, dann werde eine Quarantäne notwendig.
Der SPD-Fraktionschef stellte die Pflicht für Mund-Nasen-Schutz auf Ausflugsschiffen infrage. „Es ist nicht so verständlich, warum im Freien zum Beispiel auf Ausflugsdampfern auf dem Deck oben, weil es rechtlich zum ÖPNV (öffentlichen Personennahverkehr) gehört, oben eine Maske getragen werden muss“, sagte Stohn. Die Maskenpflicht auf diesen Schiffen war erst mit der neuen Verordnung eingeführt worden.