Angesichts der Lieferverzögerungen bei den Corona-Impfstoffen schlägt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke einen Impfgipfel von Bund, Ländern und Wirtschaftsvertretern vor. Diese Konferenz solle möglichst noch vor Ende kommender Woche stattfinden, schrieb der SPD-Politiker am Mittwoch an den Vorsitzenden der Minisiterpräsidentenkonferenz, Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Die Verschiebung von Impfterminen und das Herauszögern von Zweitimpfungen sorgten für große Verunsicherung.
„Aus meiner Sicht bedarf es einer nationalen Initiative, zeitnah genügend Impfstoffe für alle Impfwilligen in Deutschland zur Verfügung zu stellen“, erklärte Woidke. „Auch davon wird es in Zukunft abhängen, eine mögliche weitere Infektionswelle verhindern zu können.“
Brandenburgs SPD-Landtagsfraktionschef Erik Stohn teilte am Mittwochabend mit, er begrüße Woidkes Vorschlag. „Je schneller wir impfen, desto schneller kommen wir aus der Pandemie.“ Es sei richtig, dass bei diesem wichtigen Thema alle an einem Strang ziehen müssten. „Mit dem Impfen entscheiden wir nicht nur über den Gesundheitsschutz, sondern auch über den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“, argumentierte Stohn. „Es darf hier keinen falschen Wettbewerb zwischen den Ländern geben, sondern ein gemeinsames Handeln. Darum soll es bei dem Impfgipfel gehen, den Dietmar Woidke vorgeschlagen hat.“

Bundesregierung und Wirtschaft sollen an Impfgipfel teilnehmen

In einem weiteren Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bat Woidke um die Beteiligung der Bundesregierung und der Wirtschaft. Dabei solle erörtert werden, wie die Ressourcen und Kompetenzen in Deutschland besser genutzt werden könnten. „Ist es beispielsweise möglich, innerdeutsche Produktionsstandorte um- oder auszubauen, um bei der Herstellung von Impfstoffen zu helfen?“, fragte Woidke in dem Schreiben. „Es wäre aus meiner Sicht auch ein wichtiges Signal an die Bevölkerung, dass wir ihre Sorgen ernst nehmen.“