Die Brandenburger Polizei hat 2021 bereits 185 gefälschte Impfpässe festgestellt. 134 Fälle seien aufgeklärt worden, sagte Torsten Herbst, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums auf Anfrage (Stand: 9. Dezember).
Das entspreche einer polizeilichen Aufklärungsquote von bisher etwa 72 Prozent. In den weiteren Fällen liefen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Die meisten Fälschungen waren nach den Angaben im November mit 83 Fällen aufgefallen. Im Dezember waren es bisher fünf Fälle.
Die Zahlen könnten sich aber noch ändern, weil Strafanzeigen erst verspätet erstattet werden. „Es ist also quasi eine Momentaufnahme“, sagte der Polizeisprecher. Anfang Oktober hatte sich das Polizeipräsidium wegen der Fälle an die Landesapothekerkammer gewandt.
Die Apotheken seien sensibilisiert worden und informierten umgehend die Polizei, sagte Herbst. Die überwiegende Mehrheit der gemeldeten Fälle könnte nach den Angaben durch aufmerksame Apotheker entdeckt werden.
Wer sich mit einem gefälschten Impfpass einen digitalen Impfnachweis verschaffen wolle, müsse damit rechnen, dass das entdeckt und konsequent verfolgt werde, betonte Herbst. Zuletzt waren im Landkreis Märkisch Oderland vier Männer und zwei Frauen laut Polizei aufgeflogen.

Impfpass-Betrüger in Märkisch Oderland aufgeflogen

Sie sollen am Dienstag, 7. Dezember, versucht haben, mit gefälschten Impfausweisen an digitale Impfzertifikate zu kommen. Die vier Männer und zwei Frauen hätten in den Orten Vierlinden, Hoppegarten und Rüdersdorf falsche Ausweise auf den Apothekertisch gelegt oder beim Arzt vorgezeigt, sagte ein Polizeisprecher.
In einem Fall habe ein Mann ganz offen Apothekenmitarbeiter überreden wollen, ihm ein Zertifikat ohne gültigen Nachweis zu überlassen. Gegen die Verdächtigen wird laut Polizei nun wegen Urkundenfälschung ermittelt.
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