Nahezu jeden Tag erreichen die Corona-Zahlen in Deutschland Rekordhöhen. Die vierte Corona-Welle trifft Deutschland und somit auch Brandenburg derzeit mit voller Wucht. Große Hoffnung, um die Welle zu brechen, wird derzeit in Booster-Impfungen gesetzt. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben Forschende die Bedeutung von Auffrischungsimpfungen betont. „Die Boosterimpfungen katapultieren den Impfschutz erneut deutlich nach oben“, erklärte Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Der Schutz vor einem schweren Verlauf sei nach vorliegenden Daten sogar effektiver als der kurz nach der zweiten Impfung. „Und auch der Schutz vor Ansteckung und Weitergabe einer Infektion ist sehr ausgeprägt und deutlich besser als bei Geimpften ohne die Auffrischung.“
  • Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter, die Inzidenzen sind so hoch wie nie
  • Aus Brandenburg meldet das RKI am Mittwoch, 01.12., eine Inzidenz von 722,4
  • Flächendeckend sollen nun Booster-Impfungen durchgeführt werden.
  • Wo kann ich eine 3. Impfung gegen Corona in Brandenburg bekommen?
  • Brauche ich vorher einen Antikörpertest?
  • Alle Infos zur Auffrischungsimpfung (Booster) gegen das Coronavirus

Corona-Impfung in Brandenburg: Hier gibt es die Booster-Impfung

Seit dem 1. Oktober übernehmen Arztpraxen und Betriebsärzte die Impfungen gegen Covid-19 vollständig. Zuvor wurden auch in den Impfzentren Vakzine verabreicht. Die Zentren wurden aber zum 30.09.2021 in ganz Brandenburg geschlossen. In Berlin haben aber noch ein paar von ihnen geöffnet. Brandenburg hat aber angekündigt, vier neue zentrale Impfstellen im Land zu öffnen. Diese sollen in Cottbus (Öffnung am 7. Dezember), Dahme-Spreewald, Potsdam und Barnim entstehen bzw. sind schon eröffnet.
Einen Überblick über die Impfstellen in Brandenburg gibt es auf der Internetseite www.brandenburg-impft.de.

Impfzentrum Schönefeld seit 1. Dezember offen

Am ehemaligen Flughafen Schönefeld können sich seit 1. Dezember Interessierte wieder gegen das Coronavirus impfen lassen. Am Mittwochvormittag herrschte bereits starker Andrang, wie die Sprecherin des Landkreises Dahme-Spreewald, Kathrin Veh berichtete. Verabreicht wird der Impfstoff Moderna. Pro Tag sollen der Sprecherin zufolge zwischen 400 und 500 Impfungen vorgenommen werden. Es komme aber darauf an, wie sich die Impfdosen verteilen. Am Mittwoch hätten drei Impfstrecken geöffnet ohne Terminvergabe, am Donnerstag sollen sie auf fünf erweitert werden. Mit stetigen Impfstofflieferungen und Wiedereinführung eines Terminmanagementsystems könne die Kapazität in den kommenden Wochen ausgebaut werden. Aufgrund der bundesweiten Lieferengpässe können in Schönefeld derzeit keine Impfungen mit Biontech angeboten werden. Die Liefermengen waren deutlich gekürzt worden.

Dürfen sich Brandenburger in Berlin gegen Corona impfen lassen?

Ja. Auf einem Informationsportal des Landes Berlin steht, dass sich dort alle Impfberechtigte impfen lassen können. „Dies sind Personen, die etwa in Deutschland ihren Wohnsitz, ihren ständigen Aufenthalt haben oder krankenversichert oder beschäftigt sind“, heißt es. Da es an viele Praxen bereits zu langen Warteschlangen gekommen ist, sollen in den kommenden Tagen weitere Corona-Impfstellen in Berlin für Entspannung sorgen. Übersicht der Berliner Impfzentren.

Booster Impfung Corona: Braucht man einen Antikörpertest vorab?

Während die Rufe nach einer dritten Impfung gegen das Coronavirus immer lauter werden, fragen sich viele: Brauche ich diese überhaupt? Habe ich nicht eventuell noch genug Antikörper von der 2. Dosis? Sollte ich deshalb einen Antikörpertest machen, ehe ich die Booster-Impfung erhalte? Alle Infos zur Notwendigkeit eines Antikörpertests vor einer 3. Impfung lest ihr im folgenden Artikel:

Impfnachweis dritte Impfung: Im digitalen Pass

Auffrischungsimpfungen können im digitalen Impfnachweis angezeigt werden. Die Dokumentation der Auffrischungsimpfung läuft genauso ab, wie bei Erst-, Zweit- oder Booster-Impfungen nach einer Genesung. Das heißt, nach Erhalten der Booster-Impfung wird ein QR-Code ausgeteilt, den man in die Corona-Warn-App oder die CovPass-App einscannen kann. In Apotheken kann nachträglich ein digitaler Impfnachweis ausgestellt werden.
Die Auffrischungsimpfungen, die seit September 2021 angeboten werden, stellen eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme dar. Ein bisher erreichter Status eines vollständigen Impfschutzes nach nationalen Regelungen gilt derzeit weiterhin fort. Die Gültigkeitsdauer von europäischen (EU)-Impfzertifikaten bleibt von dem Angebot einer Auffrischungsimpfung unberührt.

Corona Impfung Brandenburg: Sonderlieferung von Moderna, weil Biontech fehlt

Brandenburg wird bei der Erhöhung des Impftempos wegen der Drosselung des Impfstoffs von Biontech durch den Bund ausgebremst und muss kurzfristig andere Lösungen suchen. So wird für kommenden Dienstag eine außerordentliche Lieferung von 10 500 Moderna-Impfstoff-Dosen direkt beim Bund geordert, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Diese Anforderung werde derzeit beim Bundesministerium geprüft. Der Impfstoff reicht den Angaben zufolge für 112 000 Booster-Impfungen und 48 000 Erst- und Zweitimpfungen. Damit wäre ab Mitte nächster Woche eine Verbesserung der Situation zu erwarten, hieß es weiter.

Erst 60 Prozent der Bevölkerung in Brandenburg vollständig gegen Covid-19 geimpft

Das Ministerium verwies in der Mitteilung darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) die Gefährdung der nicht vollständig geimpften Bevölkerung in Deutschland als „sehr hoch“ einschätze. Für vollständig Geimpfte werde die Gefährdung dagegen als moderat eingeschätzt. In Brandenburg sind allerdings erst 61,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - damit liegt die Mark gleichauf mit Thüringen (62,1) vor Schlusslicht Sachsen (57,8 Prozent) auf dem vorletzten Platz der Bundesländer. Knapp 6,6 Prozent Brandenburger haben bis 24.11. eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Gesundheitsminister wollen Booster-Impfung für alle nach sechs Monaten

Impf-Verstärkungen („Booster“) rücken immer stärker zum Abflachen der Welle in den Blick. Und Bund und Länder wollen dazu nach einigen Debatten jetzt ein klares Signal senden: „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme“, sagte Spahn. Konkret sind es zunächst Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen, Pflegebedürftige und Gesundheitspersonal, die nun Auffrischungen bekommen sollen - sie waren beim Impfstart zu Jahresbeginn auch als erste an der Reihe. Insofern sei das prinzipiell auch kein Gegensatz zur Ständigen Impfkommission (Stiko), machte Spahn deutlich. Das Gremium empfiehlt „Booster“ vorerst enger gefasst etwa ab 70 Jahren.
Nach und nach sollen dann aber auch Millionen weitere Geimpfte Auffrischungen bekommen. Daher seien neben den Praxen auch öffentliche Angebote nötig, betonte Spahn. Die Länder beschlossen, dass dafür insbesondere mobile Impfteams an den Start gehen sollen. Bisher haben gut 2,5 Millionen Geimpfte eine Auffrischung bekommen, mehr als zehn Millionen kämen aktuell aber schon in Frage.