Der Brandenburger Landtag hat einen Verzicht auf Schulnoten bis zum Sommer und eine generelle Versetzung aller Schüler abgelehnt. Ein entsprechender Antrag der oppositionellen Linken fand im Landesparlament am Mittwoch keine Mehrheit. Damit wiesen die Abgeordneten auch die Forderung zurück, Lehrpläne in Mathe, Deutsch, Englisch und anderen Fächern zu reduzieren und außerschulische Bildungsangebote zu stärken.
„Für unsere Kinder herrscht seit mehr als einem Jahr Ausnahmezustand“, hatte die Linken-Bildungspolitikerin Kathrin Dannenberg den Antrag begründet. „Der Bildungszug fuhr weiter und nach und nach wurde ein Waggon abgehängt, insbesondere mit Kindern, die nicht in der erste Klasse sitzen.“ Mit dem Antrag wolle man den Druck von den Familien nehmen und für Motivation sorgen.

SPD und CDU beim Thema Schulnoten uneins

Dieses grundsätzlichen Ziel trug die SPD-Abgeordnete Katja Poschmann mit. „Ja, Kinder und Jugendliche stärker unterstützten“, sagte sie. Dafür sei eine bessere Ausstattung notwendig. „Aber wir führen hier noch keine Haushaltsverhandlungen.“ Der CDU-Abgeordnete Gordon Hoffmann betonte: „Wir halten Noten und Zeugnisse für richtig.“ Sie böten eine klare Rückmeldung und Orientierung. Er setze auf das Fingerspitzengefühl und die Eigenverantwortung der Schulen.
Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) bekräftigte, den Wechselunterricht möglichst noch vor den Sommerferien beenden zu wollen. „Wir haben darauf hingewirkt, dass die Schülerinnen und Schüler nicht mit Tests überfallen werden, wenn sie wieder in die Schulen kommen“, sagte Ernst. „Wir haben natürlich im Blick, dass die Pandemie psychosoziale Folgen für Kinder und Jugendliche hat“, fügte sie hinzu. Die Zahl der Klassenarbeiten sei halbiert worden.

Brandenburg bekommt 60 Millionen Euro für Nachhilfe-Programm

60 Millionen Euro aus dem Aktionsprogramm des Bundes flössen nach Brandenburg. So würden Ferienprogramme und Nachhilfe in den Kernfächern angeboten. „Wir müssen auch nicht so tun, als wenn Kinder und Jugendlichen das Lernen komplett verlernt haben.“ Viele hätten sich wacker geschlagen.