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CO2-Speicher erfolgreich getestet

Ein Lkw liefert Sole für das Experiment im havelländischen Ketzin.
Ein Lkw liefert Sole für das Experiment im havelländischen Ketzin. FOTO: GFZ
Ketzin. Mit dem erfolgreichen Abschluss eines Experimentes zur Sole-Injektion ist am Mittwoch der letzte Feldversuch am Pilotstandort des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) Potsdam zur geologischen Speicherung von Kohlendioxid (CO2) in Ketzin (Havelland) beendet worden. Christian Taubert

Für den Leiter der Sektion Geologische Speicherung am GFZ, Axel Liebscher, lassen die Forschungsergebnisse den Schluss zu, "dass die geologische Speicherung von Kohlendioxid bei adäquater wissenschaftlicher und technischer Begleitung ein sicherer und gangbarer Weg ist".

Für das GFZ seien die gewonnenen Erkenntnisse zum Verhalten von Sole und Gas zentrale Größen zur Beurteilung des Langzeitverhaltens und der Langzeitsicherheit eines CO2-Speichers. "Mit dem jetzt abgeschlossenen Feldversuch können wir erstmalig die üblicherweise nur in Laborversuchen gewonnenen Daten zur residualen CO2-Sättigung unter realen Gesteinsbedingungen überprüfen", erläutert Liebscher die Bedeutung des Langzeitexperiments.

Der GFZ-Pilotstandort beherbergt das europaweit größte Forschungsprojekt zur geologischen Speicherung des Treibhausgases. Mehr als 67 000 Tonnen CO2 wurden dort seit 2008 in den Untergrund gebracht, um diese Möglichkeit der Treibhausgasreduktion zu erforschen. Ob die positiven Ergebnisse des Feldversuches die Debatte über die Verpressung des Klimakillers CO2 neu entfachen, bleibt abzuwarten. Denn im Jahre 2012 hat das CCS-Gesetz theoretisch zwar den Weg zur Verpressung von Kohlendioxid in Deutschland freigemacht, praktisch aber mit so hohen Hürden versehen, dass der Energiekonzern Vattenfall seine Bemühungen um ein CCS-Demo-Kraftwerk einstellte. Das Pilotprojekt zur Abscheidung von CO2 in Schwarze Pumpe wurde beendet, die gewonnenen Erkenntnisse später nach Kanada verkauft.