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| 17:57 Uhr

Ein Abschluss als Zeichen der Wertschätzung
CDU will Zeugnis für Ausbildung in Behindertenwerkstätten

Bislang gibt es keine Zeugnisse in Werkstätten für behinderte Menschen.
Bislang gibt es keine Zeugnisse in Werkstätten für behinderte Menschen. FOTO: dpa / Felix Frieler
Potsdam. Als Zeichen der Wertschätzung soll es ein Zeugnis auch für Menschen geben, die in Behindertenwerkstätten arbeiten. Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs CDU will ein einheitliches Abschlusszeugnis für Menschen, die in „Werkstätten für Behinderte“ ausgebildet wurden. Es soll den Absolventen im Rahmen einer Festveranstaltung in der Landeshauptstadt Potsdam überreicht werden, heißt es in einem Landtagsantrag, den der Landes- und Fraktionsvorsitzende Ingo Senftleben am Dienstag in Potsdam vorstellte.

„Wir wollen diesen Menschen einen anerkannen Berufsabschluss ermöglichen“, sagte Senftleben. „Es geht hier um die Anerkennung für diese Menschen und ihre Angehörigen, die dadurch Wertschätzung erfahren.“ Der Wert einer Gesellschaft bemesse sich daran, wie sie mit solchen Menschen umgeht. „Ziel muss es sein, Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.“ Zudem setzt sich die CDU für eine bessere Integration von Menschen mit psychischen Krankheiten in die Werkstätten für Menschen mit Behinderung ein.

Auf Zustimmung stößt das Konzept der Landes-CDU bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. Deren Vize-Sprecherin Cornelia Hrgovic sagte der RUNDSCHAU auf Nachfrage, man setze sich sehr für ein bundesweit einheitliches Zertifikat für Menschen mit Behinderungen ein. „Daraus soll für potenzielle Arbeitgeber ersichtlich werden, welche Qualifikationen die Menschen erworben haben“, sagte Hrgovic. Dies würde zu einem transparenteren Bildungssystem in den Werkstätten und einer größeren Anschlussfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt führen.

In Brandenburg gibt es 28 Behindertenwerkstätten, in denen rund 11 000 Menschen arbeiten.