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| 15:23 Uhr

Kultur-Initiative
CDU-Politiker regt Kulturhauptstadt Brandenburgs an

Henryk Wichmann regt eine Auszeichnung mit dem Titel „Kulturhauptstadt“ alle vier, fünf Jahre an.
Henryk Wichmann regt eine Auszeichnung mit dem Titel „Kulturhauptstadt“ alle vier, fünf Jahre an. FOTO: Ralf Hirschberger
Potsdam. Abgeordnete des brandenburgischen Landtags haben sich in den Niederlanden umgeschaut – in Leeuwarden. Die Stadt ist zusammen mit La Valetta auf Malta die Kulturhauptstadt Europas 2018. Das bringt den CDU-Politiker Henryk Wichmann auf Ideen. Von Benjamin Lassiwe

Gibt es in Brandenburg neben der Landesgartenschau bald auch eine regelmäßig nominierte „Kulturhauptstadt des Landes“? Das jedenfalls schlägt der Templiner CDU-Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann gegenüber der RUNDSCHAU vor. Anlass ist eine Reise des Kulturausschusses des Potsdamer Landtags in die friesische Hauptstadt Leeuwarden.

Zusammen mit La Valetta auf der Mittelmeerinsel Malta ist Leuwarden 2018 „Kulturhauptstadt Europas“, so wie zuvor schon Aarhus und Paphos oder Breslau und San Sebastian.

„Bei der Reise haben wir gesehen, was so eine Nominierung für eine Region bedeutet“, sagt Wichmann. Die Region Friesland sei vorher ähnlich wie manche ländlichen Regionen Brandenburgs eher strukturschwach gewesen. Nun habe man einen Ansatz gefunden, die ganze Region in ein Projekt einzubeziehen und zu mobilisieren. Rund 30 000 Einheimische partizipierten an dem Projekt. „Das führte zu der Idee, so etwas nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf nationaler oder Landesebene zu praktizieren“, sagt Wichmann. „Wir könnten doch alle vier oder fünf Jahre eine „Kulturhauptstadt des Landes“ ausrufen.“ Dadurch hätten alle Regionen des Landes die Chance, einmal kulturell im Zentrum zu stehen. Bislang praktiziert das Land indes einen gegenläufigen Ansatz: Beim „Kulturlandjahr“ Brandenburgs steht ein Thema, und nicht eine Region, im Zentrum. Stattdessen finden überall im Land Veranstaltungen statt, die irgendwie an dieses Thema angebunden sind. „Ich will das nicht gegeneinander ausspielen“, sagt Wichmann. „Aber ich könnte mir vorstellen, dass man in dem Jahr, in dem man eine Kulturhauptstadt ausruft, auf ein Kulturlandjahr verzichtet, und stattdessen alle Aktivitäten in einem Ort bündelt, um so konzentriert Dinge voranzubringen.“ Im Kulturausschuss des Landtags ist Wichmann mit seiner Idee nach eigenen Angaben zumindest auf vorsichtige Zustimmung gestoßen.

Im Laufe der Sommerpause und in den Wochen danach wollen die Abgeordneten an diesem Thema weiterarbeiten. „Aber der Grundkonsens ist, dass das eine Idee ist, die uns zunächst einmal gut zu Gesicht stehen würde.“