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| 06:40 Uhr

Landratswahlen
CDU hat bei Lausitzer Landratswahlen die Nase vorn

Übertragung des Wahlergebnisses auf einer Wahlparty in Elbe-Elster
Übertragung des Wahlergebnisses auf einer Wahlparty in Elbe-Elster FOTO: Frank Claus / LR
Cottbus. Die politische Landkarte der Lausitz bleibt nach dem Wahlsonntag das gleiche Bild wie zuvor. Die CDU hat ihre Hochburgen verteidigt. Nur in Spree-Neiße muss sie zittern. Von Bodo Baumert

Viel war vor dem Superwahlsonntag in der Lausitz spekuliert worden. Am Ende des Abends hat es aber nicht so viele Veränderungen gegeben. In Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz dürfen die bisherigen CDU-Landräte weiterarbeiten. Sie setzten sich jeweils im ersten Wahlgang durch und konnten – was in der Vergangenheit in Brandenburg die Ausnahme war – auch die nötigen Stimmen dafür einsammeln. Für Kommunalwahlen gilt im Land nämlich ein Mindestquorum von 15 Prozent, sprich: Wer die Wahl gewinnen will, braucht nicht nur die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen sondern muss auch von mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten gewählt werden. Da dieses Mindestmaß wegen geringer Wahlbeteiligung in der Vergangenheit häufig nicht erreicht wurde, mussten die Landräte von den Kreistagen bestimmt werden. Der Sonntag ist also in jedem Fall schon einmal ein Gewinn für die Demokratie.

Die CDU ist entsprechend gut gelaunt. „Die Ergebnisse untermauern die Stellung der CDU als kommunal stärkste Kraft in Brandenburg“, erklärte Landes-Generalsekretär Steeven Bretz am Abend.

Spannend wird es in Spree-Neiße. Dort kommt es zur Stichwahl. Hier lag die Wahlbeteiligung mit 42,97 Prozent zwar noch am Höchsten. Amtsinhaber Harald Altekrüger (CDU) verpasste aber die absolute Mehrheit für eine Direktwahl. 40 Prozent der Wähler stimmten für ihn. Altekrüger muss damit in die Stichwahl.

Spree-Neiße ist auch der einzige Achtungserfolg, den die AfD zu verbuchen hat. Ihr Kandidat brachte es hier auf 29 Prozent, geht damit in die Stichwahl gegen Altekrüger. Auch in Guben schaffte es die AfD bei der Bürgermeisterwahl in die Stichwahl. Daniel Münschke holte 34,8 Prozent. Wird sich einer der beiden AfD-Kaniddaten bei der Stichwahl am 6. Mai durchsetzen? Darüber entscheiden die Wähler. Wahrscheinlich scheint das angesichts der deutlich höheren Stimmanteile der CDU-Kandidaten Mahro und Altekrüger derzeit nicht. In Elbe-Elster und OSL konnte die AfD mit ihren Kandidaten nicht punkten.

In den drei nördlicheren Landkreisen Brandenburgs wird es bei der Stichwahl jeweils ein Rennen zwischen CDU- und SPD-Kandidaten geben.

Im Barnim holte der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Kurth, der den seinen ausscheidenden Parteifreund Bodo Ihrke beerben will, 35,1 Prozent der Stimmen. Kurth geht in die Stichwahl mit seinem CDU-Herausforderer Othmar Nickel (25,3 Prozent).

In der Uckermark gelang der CDU-Kandidatin Karina Dörk mit 47,7 Prozent ein Überraschungserfolg gegen Amtsinhaber Dietmar Schulze (SPD/36,5 Prozent). Dörk war bis 2015 Beigeordnete und Vize-Landrätin und geht in zwei Wochen gegen ihren einstigen Chef ins Rennen.

Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin holte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) 40,7 Prozent der Stimmen. Weil er die absolute Mehrheit aber verfehlte, muss in die Stichwahl gegen den Chef des Kreisbauernverbands, Sven Deter (CDU/ 27,6 Prozent).