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| 12:55 Uhr

„Zuhör-Tour“ der CDU-Generalsekretärin
Kramp-Karrenbauer lauscht in Cottbus Parteimitgliedern

Cottbus. In 40 verschiedenen deutschen Städten spricht die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer im Rahmen ihrer „zuhör-Tour“ mit regionalen Parteivertretern, um zu erfahren, welche Punkte im neuen Grundsatzprogramm der Partei einfließen sollen. Am Montag war die CDU-Generalsekretärin dafür in Cottbus.

Mit rund 85 Teilnehmern aus dem CDU-Landesverband Brandenburg diskutierte Annegret Kramp-Karrenbauer im alten Cottbuser E-Werk über Sorgen und Nöte der Parteikollegen aus Cottbus und Umgebung. Hintergrund der Tour ist die Entwicklung des neuen Parteiprogramms.

Zudem hatten die CDU-Vertreter viele Vorschläge, Wünsche und Anregungen aus den Reihen der Mitglieder aus Cottbus und Umgebung. Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse über die Möglichkeit, Flüchtlinge für gemeinnützige Arbeit einzusetzen bis zu den Gefahren des politischen Islams – beim Themenbereich Migration gab es viele Einzelaspekte, die den Mitgliedern auf der Seele brannten. „Wir brauchen ein ‚Fördern und Fordern‘, auch in der Integrationspolitik. Wer in Dänemark keinen Sprachkurs besucht, dem werden Hilfen gekürzt. Darüber sollten wir auch in Deutschland nachdenken“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Ist Bildungsförderalismus sinnvoll

Ein weiteres Thema, dass aufs Tableau kam, war die Bildungspolitik. Besonders der Bildungsföderalismus rückte in den Blick. So wurde etwa beklagt, dass das Abitur in Sachsen mehr wert sei als das aus Bremen. Bei der Digitalisierung in der Bildung gehe es um viel mehr, als darum, wo ein interaktives Whiteboard hängt und wo nicht. Es gehe, pflichtete ihm die Generalsekretärin bei, auch um eine neue Vermittlung von Inhalten: „Wir müssen wieder mehr über die Inhalte des Schulunterrichts statt ständig nur über die Strukturen reden“, formuliert es ein Parteimitglied. Und: Berufliche Bildung als solche müsse womöglich auch neu bewertet werden. Auf den Einwurf eines Azubis aus den Reihen der Jungen Union, Ausbildung sei wichtig, weswegen die örtliche JU eine Aktion mache mit dem Titel „Meister statt Master“, sagte Annegret kramp-Karrenbauer: „Wir müssen Berufsschulen besser ausstatten. Warum sollten wir in Sachen ‚Digitalisierung der Schulen‘ nicht gleich mit Berufsschulen beginnen?“

Strukturwandel aktiv begleiten

Die Lausitz, so ein Mitglied, stecke mitten im Strukturwandel. Schrittweise weg von der Braunkohle, hin zu erneuerbaren Energien. Die Frage sei daher. wo in Zukunft die Energie herkommt. Denn dieser Wandel werde die Region grundlegend verändern. Weil es im Kern darum gehe, den Wohlstand in Südbrandenburg zu sichern, baue man auf die Unterstützung durch die CDU.

In einer weiteren Wortmeldung forderte ein Braunkohle-Betriebsrat mehr Verlässlichkeit in der Kohlepolitik. „Mit Blick auf die Soziale Marktwirtschaft sind genau das die Kernkompetenzen der CDU“, fasste CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer zusammen und sagte: „Der Strukturwandel ist mir ein Herzensanliegen. Im Saarland haben wir den Strukturwandel geschafft, weil wir den Menschen eine Alternative geboten haben.“

Politische Ausrichtung

Wie auch bei vielen der vorherigen Zuhör-Touren sorgen sich die Mitglieder vor allem auch um die Position der CDU im Gefüge der Parteienlandschaft. „Das Ziel muss sein“, bemerkte Annegret Kramp-Karrenbauer, „dass wir in der Mitte eine Mehrheit bekommen. Das bewahrt uns politisch davor, nach links oder rechts schielen zu müssen.“

(red/lsc)