| 02:38 Uhr

CDU Brandenburg legt Schienenverkehr-Konzept vor

Fraktionschef Ingo Senftleben: Wollen, dass die Regionen gut angebunden sind.
Fraktionschef Ingo Senftleben: Wollen, dass die Regionen gut angebunden sind. FOTO: dpa
Potsdam. Die CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag hat ein umfangreiches Konzept für einen besseren Schienenverkehr vorgelegt. Das zusätzliche Angebot solle den Menschen auch Mut machen, in den Regionen zu bleiben, sagte Fraktionschef Ingo Senftleben gestern. dpa/uf

"Wir wollen, dass die Regionen gut angebunden sind."

Ein Kernpunkt ist, dass es schnellere Verbindungen von Zentren wie zum Beispiel Frankfurt (Oder) nach Berlin geben soll - mit wenigen Zwischenstopps. Davon getrennt sollen Züge mit häufigeren Stopps in die Berliner Vororte fahren. Damit sollen Zielkonflikte - wie etwa viele angeschlossene Bahnhöfe und trotzdem Fahrten binnen 90 Minuten aus allen Städten Brandenburgs nach Berlin - miteinander in Einklang gebracht werden. Die Aufteilung in einen schnellen RegioExpress (RX) und einen MetropolExpress (MX) für das Berliner Umland wurde in einer Studie untersucht, die das Beratungsunternehmen Innoverse GmbH im Auftrag der Fraktion anfertigte. Ein Autor ist Detlef Woiwode, der in den 1990er-Jahren - damals noch bei der Deutschen Bahn AG - das damalige Schienenkonzept entwickelt hatte.

Der Studie zufolge ist der Regionalverkehr in der Region Berlin und Brandenburg "zunehmend mangelhaft". Die Züge seien zu voll, führen zu selten oder die Fahrzeiten seien zu lang. In den kommenden Jahren sei zudem ein weiterhin starkes Wachstum bei den Fahrgastzahlen zu erwarten.

Nach Einschätzung der CDU würde das Land für die Umsetzung des Konzepts etwa 75 Millionen Euro im Jahr mehr für den regionalen Zugverkehr aufbringen müssen. Dies entspreche 20 Prozent der vom Bund für den regionalen Schienenverkehr ans Land überwiesenen Mittel, die dann komplett auch dafür genutzt würden, sagte Senftleben. Das Land müsse dann aber den Nahverkehr mit Bussen aus eigener Tasche bezahlen, wie das in anderen Ländern üblich sei. Neben den jährlichen Kosten wären auch erhebliche Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Dazu gehören ein neues Signalsystem für mehr Kapazität auf den Strecken oder Elektrotriebwagen mit zusätzlichen Batterien. Diese Investitionen soll der Studie zufolge der Bund übernehmen.