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| 16:14 Uhr

Dietmar Woidke:
„Bundesregierung unterschätzt Kosten der Integration“

Die Bundesregierung unterschätzt nach Ansicht von Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) nach wie vor die Kosten der Integration von Flüchtlingen.
Die Bundesregierung unterschätzt nach Ansicht von Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) nach wie vor die Kosten der Integration von Flüchtlingen. FOTO: Sophia Kembowski / ZB
Potsdam. Die Bundesregierung unterschätzt nach Ansicht von Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) nach wie vor die Kosten der Integration von Flüchtlingen.

„Das ist die große Herausforderung, vor der wir jetzt stehen: den Menschen Deutsch beizubringen und ihnen die Chance zu geben, zu lernen und zu arbeiten, aber auch jene zurückzuschicken, die nicht bleiben dürfen“, sagte Woidke in einem Interview der „Super-Illu“ (Donnerstag).

Anfangs habe die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Länder und Kommunen allein gelassen, kritisierte Woidke. „Das vielzitierte „Wir schaffen das“ von Frau Merkel war leider oft ein „Ihr schafft das schon irgendwie!““, sagte Woidke. Grundsätzlich stellte er sich aber hinter die Flüchtlingspolitik. „Ich bin in der DDR groß geworden. Da waren die Grenzen dicht“, sagte Woidke. Eine Abschottung sei völlig weltfremd.

Als Beispiel nannte der Regierungschef die Stadt Cottbus, die zuletzt wegen Gewalt zwischen Deutschen und Flüchtlingen für Schlagzeilen sorgte. Die Universität dort habe Studenten aus aller Welt, die Wirtschaft sei global vernetzt. Deshalb sei die Stadt erfolgreich. Jetzt werde ein positives Klima benötigt – auch um Experten für den Strukturwandel der Lausitz zu bekommen. „Wir müssen keine Angst vor der Zukunft haben. Deshalb: Lassen wir uns von Demagogen keine Angst machen!“, forderte Woidke.

(dpa/fh)