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| 11:02 Uhr

Rückforderungen einst jüdischer Grundstücke
Bundespräsident Steinmeier will Kontakte zwischen Groß Gaglow und der JCC vermitteln

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.), seine Frau Elke Büdenbender und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) im Gespräch mit einem Mitarbeiter des „Wünschewagen“-Projektes am Dienstagabend in Cottbus.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.), seine Frau Elke Büdenbender und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) im Gespräch mit einem Mitarbeiter des „Wünschewagen“-Projektes am Dienstagabend in Cottbus. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Im Streit zwischen Grundstückseignern und der Jewish Claims Conferenz soll es zügig eine Entscheidung geben.

Der Besuch der Bundespräsidenten in Cottbus hat nicht nur wohltätigen Zwecken gedient: Am Rande eines Benefizkonzertes in der Stadthalle konnte der Groß Gaglower Ortsvorsteher Dieter Schulz (AUB/SUB) ausführlich mit Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau, der Juristin Elke Büdenbender sprechen. Schulz warb dabei um Unterstützung im Konflikt zwischen mehreren Grundstückseignern aus Groß Gaglow und der Jewish Claims Conferenz JCC, die sich um die Entschädigung von Hinterbliebenen der jüdischen Opfer des Zweiten Weltkrieges kümmert. Die JCC fordert die Herausgabe der Grundstücke. Das Bundesvermögensgesetz erlaubt diesen Schritt.

Steinmeier folgte den Ausführungen von Dieter Schulz aufmerksam, nahm anschließend einen Brief der Grundstückseigner entgegen. Einfluss auf die Entscheidung nehmen könne er nicht, sagte der Bundespräsidenten, er wolle aber zeitnah einen Kontakt zur JCC herstellen und Gespräche vermitteln. Eine Sprecherin erklärte später, dass das Bundespräsidialamt den Fall im Auge behalten werde und auch im Finanzministerium darauf drängen werde, dass es zu einer raschen Entscheidungsfindung kommt.

Schulz selbst zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf des Abends. „Ich habe auch noch mit dem Ministerpräsidenten gesprochen, der sich verschiedene Lösungsvarianten vorstellen kann.“ Dietmar Woidke (SPD) hatte sich bereits im Vorfeld des Treffens mit den zuständigen Ministerien in Berlin in Verbindung gesetzt.

Hintergrund: Vor dem Zweiten Weltkrieg waren Juden, die in Groß Gaglow gesiedelt hatten, von den Nazis vertrieben worden. Ihre Grundstücke fielen einer Gesellschaft zu. Die wiederum erwarben künftige Groß Gaglower. Drei heutige Groß Gaglower Grundstücksbesitzer sind direkte Erben der damaligen Käufer. Einer der Betroffenen ist kürzlich verstorben,

(hil)