ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:42 Uhr

BTU sucht Lösungen für vernetzte Industrie

Das Leichtbauzentrum Panta Rhei der BTU in Cottbus ist Anfang Juli Schauplatz der 2. Industriekonferenz Brandenburgs.
Das Leichtbauzentrum Panta Rhei der BTU in Cottbus ist Anfang Juli Schauplatz der 2. Industriekonferenz Brandenburgs. FOTO: A. Hilscher
Potsdam/Cottbus. Die BTU Cottbus-Senftenberg will mittelständische Firmen der Region bei der Digitalisierung und damit Vernetzung ihrer Potenziale unterstützen. Den Auftakt gibt die 2. Brandenburger Industriekonferenz am 2. Juli im Leichtbauzentrum Panta Rhei in Cottbus – einem der schönsten Gebäude der Uni. Benjamin Lassiwe

Mit einer 600 Quadratmeter großen "Modellfabrik" will die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg kleine und mittelständische Unternehmen der Region bei der Digitalisierung unterstützen. Sie ist Teil des neuen "Innovationszentrums Moderne Industrie", das Anfang Juli im Rahmen der Cottbuser Industriekonferenz seine Arbeit aufnimmt. Am Freitag wurde das Projekt, das von den Brandenburger Ministerien für Wirtschaft und für Wissenschaft unterstützt wird, in Potsdam der Öffentlichkeit vorgestellt.

"Wir suchen passgenaue und brauchbare Lösungen für die Industrie 4.0", sagte der Inhaber des Lehrstuhls für Automatisierungstechnik der BTU, Prof. Ulrich Berger, der RUNDSCHAU. "Wir wollen mit dem Ohr an der Wand schlafen, den Puls der Zeit erkennen und auf Unternehmer zugehen."

Neben der Modellfabrik, wo mit Maschinen und Anlagen Produktionsprozesse simuliert werden können, würden die Wissenschaftler des Innovationszentrums in die Betriebe gehen, um dort nach Modernisierungsbedarf zu schauen und bei der Umsetzung der nötigen Veränderungen zu beraten. Schließlich soll es ein "Innovationslabor" geben, in dem die Forschungen der Universität zusammenfließen. Als Anschubfinanzierung erhält das Innovationszentrum nach Angaben von Berger zwei Millionen Euro aus den Strukturfördertöpfen des Landes. Zunächst seien acht Mitarbeiter vorgesehen, erklärte der Cottbuer Professor, der zugleich Sprecher des Clusters Maschinenbau in Brandenburg ist, der RUNDSCHAU.

"Während die Digitalisierung der Produktion für große Unternehmen längst eine Selbstverständlichkeit ist, können kleine und mittlere Betriebe diese Umwandlung aus eigener Kraft oft nicht bewältigen", fügte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) hinzu. Brandenburg sei aber ein Land des Mittelstandes, rund 95 Prozent der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes seien Mittelständler. "Deshalb haben wir uns entschlossen, das Innovationszentrum an der BTU zu installieren", so Gerber. "Dort erhalten unsere Unternehmen Rat und Unterstützung von Experten aus Wissenschaft und Forschung." Denn nur eine moderne Industrie könne sich im Wettbewerb behaupten.

Auch Forschungsministerin Sabine Kunst (SPD) betonte, dass Innovationen und Wissenstransfer von grundlegender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit Brandenburgs und die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze seien. "Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft ist für beide Seiten von Vorteil: Die Unternehmen profitieren von den Ideen und dem Know-how aus der Wissenschaft, die Hochschulen können mit dem Kontakt zur Wirtschaft ihre Forschung und Lehre weiterentwickeln", betonte Kunst. Das Innovationszentrum sei ein "überaus positives Beispiel für diese Vernetzung".

Bereits am Mittwoch hatte Kunst eine sogenannte Transfer-Offensive für das Land Brandenburg gestartet: Mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hatte sie ein Programm vorgestellt, das die Hochschulen des Landes in stärkere Zusammenarbeit mit den Brandenburger Unternehmen bringen soll. Dazu sollen sämtliche Hochschulen des Landes vom Stifterverband auf ihre Kooperationsbeziehungen mit externen Partnern, etwa aus der Wirtschaft, untersucht werden. Um auf Regionalkonferenzen dann Potenziale für die Zukunft zu diskutieren. Am Ende soll eine "übergreifende Transferstrategie" der Brandenburger Hochschulen stehen.