Seit September 2018 ist Prof. Christiane Hipp amtierende Präsidentin der Brandenburgischen Universität Cottbus-Senftenberg. Eigentlich, so war es gedacht, hätte spätestens im Herbst 2019 eine neue Führungskraft Uni-Spitze ihren Job übernehmen sollen. Doch seit der gescheiterten Wahl des Bewerbers Hans-Hennig von Grünberg im Oktober weiß sie: Auch in den kommenden Monaten muss sie die Uni nach innen und außen vertreten.

„Verheerendes Bild nach außen“ Cottbuser Uni ist weiter kopflos - was jetzt?

Cottbus

Der Senat der Universität hat inzwischen die wichtigsten Formalien auf dem Weg in eine neue Bewerbungsrunde auf den Weg gebracht. Magdalena Mißler-Behr, Vorsitzende des für die Wahl zuständigen Senats, sagt dazu: „Wir haben jetzt entschieden, wer von der BTU in der Findungskommission sitzt, die die künftigen Bewerbungen prüft.“

Neben dem BTU-Vertreter sitzen drei Mitglieder des Landeshochschulrates und ein Vertreter des brandenburgischen Wissenschaftsministeriums in der Kommission.

Stimmige Konzepte gefordert

Auch die Ausschreibung ist aus BTU-Sicht fertig formuliert, sie enthält das gleiche Anforderungsprofil wie die von 2018. Stimmt das Ministerium zu, wird die Ausschreibung veröffentlicht und potenzielle Interessenten können ihre Bewerbung auf den Weg schicken. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um interne oder externe Bewerber handelt.

Mißler-Behr ist zuversichtlich, dass sich trotz der Pleite im Oktober – der Senat hatte den Kandidaten von Grünberg durchfallen lassen – ausreichend neue Bewerber finden. „Wir hatten uns die Entscheidung beim letzten Mal nicht leicht gemacht und sie intensiv reflektiert.“ Wer wirklich ein stimmiges Konzept vorgelegen könne, dem stünden an der BTU alle Türen offen.

Die Senats-Chefin hält folgende Fragen für entscheidend:

  • Kandidierende müssen sich darüber im Klaren sein, dass die BTU nach universitären Maßstäben beurteilt wird.
  • Sie muss sich auf die Herausforderungen des Strukturwandels einstellen.
  • Die BTU agiert in einem Bundesland mit einem vergleichsweise kleinen Wissenschaftsetat.

Neuer Präsident frühestens im Sommer 2020

Kandidierende sollten sich intensiv mit der besonderen Situation der fusionierten jungen Universität auseinandersetzen.

Magdalena Mißler-Behr: „Es braucht eine klare Vision, wie man eine Technische Universität entwickeln kann.“ Zudem, so sagt sie, wünscht sich der Senat Kandidaten, die im Vorfeld ihrer Anhörung intensiv mit Fragen auf die Uni-Führung zugehen.

„Wir hoffen, dass jetzt alles schnell geht“, sagt die Senats-Chefin. Frühestens im Sommer, wahrscheinlich aber mit Beginn des Wintersemesters 2020/21 rechnet sie mit einem neuen Präsidenten. „Und ich bin sicher, das wird dann eine richtig gute Sache.“