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| 15:51 Uhr

Polizei-Statistik in Brandenburg
Brauchen die Funkwagen zu lange bis zum Einsatzort?

„Maßgebend ist  die Einsatzzeit bei Dringlichkeit. Wenn es um Leben und Gesundheit geht, sind wir schnell am Einsatzort“, betont Mario Heinemann, Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam.
„Maßgebend ist die Einsatzzeit bei Dringlichkeit. Wenn es um Leben und Gesundheit geht, sind wir schnell am Einsatzort“, betont Mario Heinemann, Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam. FOTO: Fotolia
Potsdam. Die Funkwagen der Polizei und deren Interventionszeit sind derzeit Thema in Brandenburg. Losgetreten hat es der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Lakenmacher mit seiner Kleinen Anfrage. Das Fazit von Lakenmacher: Die Polizeireform ist gescheitert. Die Polizei verweist auf andere Zahlen. Von Frank Hilbert

Der CDU-Landespolitiker betont in einer Pressemitteilung, dass in Brandenburg „immer weniger Funkwagen der Polizei im Einsatz“ sind. Er stützt sich dabei auf Zahlen, die ihm Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf seine Kleine Anfrage genannt hat.

Die Interventionszeit bei Blaulicht-Einsätzen im Land Brandenburg liegt durchschnittlich bei 16 Minuten.
Die Interventionszeit bei Blaulicht-Einsätzen im Land Brandenburg liegt durchschnittlich bei 16 Minuten. FOTO: Polizei Brandenburg

Dem zufolge waren im Januar im gesamten Polizeipräsidium Potsdam im Durchschnitt 111 Funkwagen im Einsatz, davon im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Süd 28. Im Februar und März waren es laut Innenminister 106 (27) und im April 105 (26) Funkwagen, die zu den unterschiedlichsten Einsätzen ausrückten.

„Die Angaben zeigen, dass die Zahl der Einsatzwagen im gesamten Land deutlich gesunken ist. Sie lag zu Beginn der Polizeireform im Jahr 2009 noch bei 124 Fahrzeugen. Noch vor vier Jahren hatte der damalige Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) das Ziel formuliert, die Präsenz bis Herbst 2014 wieder auf 124 zu erhöhen. Stattdessen sinkt die Zahl immer weiter“, betont Björn Lakenmacher, der diesbezüglich auf die Interventionszeiten verweist. Also jene Zeitspanne vom Eingang des Notrufs bei der Polizei bis zum Eintreffen des Funkwagens am Einsatzort.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres lag die Interventionszeit bei durchschnittlich 25 Minuten, verweist Lakenmacher auf die ihm vorgelegten Zahlen. Diese Zeit sei „nicht zufriedenstellend“. Mit Blick auf den Monat März verweist das Innenministerium auf folgende Interventionszeiten der jeweiligen Polizeiinspektionen der Polizeidirektion Süd: Ostprignitz-Ruppin 23,13 Minuten; Prignitz 21,26; Oberhavel 25,30; Ost-Frankfurt (Oder) 26,56; Märkisch-Oderland 30,50; Barnim 30,25; Uckermark 23,35; Cottbus 26,52; Elbe-Elster 25,53; Dahme-Spreewald 26,06; Oberspreewald-Lausitz 28; Brandenburg 27,42; Potsdam-Mittelmark 29,42; Havelland 25,24 und Teltow-Fläming 24,44 Minuten.

Am Donnerstag veröffentlichte die Polizei Brandenburg nun Zahlen, die sich deutlich von denen des Innenministers unterschieden. Wie das? „Der Landtagsabgeordnete Björn Lakenmacher hat genau jene Zahlen bekommen, nach denen er gefragt hat. Nämlich nach den ,durchschnittlichen Interventionszeiten’“, sagt Mario Heinemann, Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Diese seien also die Durchschnittszahlen für alle Funkwagen-Einsätze.

„Maßgebend ist aber die Einsatzzeit bei Dringlichkeit. Wenn es um Leben und Gesundheit geht, sind wir schnell am Einsatzort. Die Interventionszeit bei Blaulicht-Einsätzen im Land Brandenburg liegt durchschnittlich bei 16 Minuten“, betont Heinemann. Wie es diesbezüglich in den Landkreisen aussieht, ist auf der Karte der Polizei ersichtlich. Für Cottbus und Frankfurt (Oder) gebe es derzeit keine Zahlen. Laut Rettungsdienst-Gesetz seien übrigens für Notarzteinsätze 15 Minuten vorgegeben.