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Brandenburgs Wirtschaftsförderer setzen auf mehr Wachstumskerne

Potsdam. Brandenburgs rot-rote Landesregierung setzt in der Wirtschaftsförderung weiter auf das Konzept der "regionalen Wachstumskerne". Die insgesamt 15 besonderen Fördergebiete, in denen sich jeweils bestimmte Branchen konzentrieren, hätten sich in den vergangenen elf Jahren hervorragend entwickelt, sagte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) gestern nach der Kabinettssitzung in Potsdam. Benjamin Lassiwe/iwe1

Fast jeder zweite Beschäftigte habe im vergangenen Jahr in einem der Wachstumskerne gearbeitet.

"Die regionalen Wachstumskerne sind Motoren der regionalen Entwicklung", sagt Gerber. Rund 84 Prozent der in Brandenburg ausgegebenen Fördermittel gingen an Firmen, die ihren Standort in einem der Wachstumskerne hatten. Elf von 13 Wachstumskernen, die sich daran beteiligt hätten, hätten Fördergelder aus dem Stadt- Umland-Wettbewerb erhalten. Zwölf von 14 Verkehrsinfrastrukturprojekten, die das Land Brandenburg in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan gebracht habe, fänden sich dort. "Auch bei den Beschäftigtenzahlen sind die Wachstumskerne immer über dem Landesdurchschnitt."

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Dierk Homeyer sagte gegenüber der RUNDSCHAU, der Erfolg der Wachstumskerne komme nicht überraschend. "Genau aus diesem Grund hatte die CDU damals für dieses Modell gekämpft", sagte Homeyer. Nach zehn Jahren müsse man aber feststellen, dass einige Strukturen etwas verkrustet wirkten. "Es gibt Regionen und Branchen in Brandenburg, die sich prächtig entwickelt haben, bei der die damalige Entscheidung über die Wachstumskerne aber noch gar keine Rolle spielte", so Homeyer. "Wir wollen daher, dass es eine regelmäßige Evaluation der Wachstumskerne gibt, bei der auch aufstrebende Regionen einbezogen werden." Es müsse die Möglichkeit geben, in die Liga der Wachstumskerne aufzusteigen.

Gerber dagegen hatte gestern erklärt, dass sich die rot-rote Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode auf die 15 bestehenden Wachstumskerne festgelegt habe. Der Minister kündigte zudem die Schaffung dreier Infrastrukturmaßnahmen in den Wachstumskernen an. So wolle der Wachstumskern Spremberg eine neue Brücke über eine Bahnanlage am Tagebau Welzow-Süd bauen, um den Wirtschaftsverkehr zwischen dem Tagebau sowie Welzow und Spremberg zu verbessern. Zudem sollen Fördermittel für die Schaffung eines Fahrrad-Parkhauses am S-Bahnhof Königs Wusterhausen sowie die Ansiedlung technologieorientierter Unternehmen am Wissenschaftspark in Potsdam-Golm fließen.