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| 13:38 Uhr

Weihnachtsmarkt
Brandenburgs Weihnachtsmärkte waren gut besucht

Potsdam . Die mehr als 130 Weihnachts- und Adventsmärkte in Brandenburg waren in diesem Jahr trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen wieder gut besucht. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Tausende Besucher zogen allein zum Beispiel in Oranienburg (Oberhavel) der «Weihnachtsgans-Auguste-Markt», ein Indoor-Weihnachtsmarkt im Oranienwerk sowie zahlreiche kleine Märkte in den Ortsteilen an. Einer Stadtsprecherin zufolge waren insgesamt 62 Händler und Schausteller vertreten. Christian Bark, dpa

Auch dort waren die Sicherheitsvorkehrungen in diesem Jahr verschärft worden. So habe man zehn Blocksteine á zwei Tonnen in den Eingangs- und Zufahrtsbereiche aufgebaut. Die Polizei sei in Uniform, aber auch in Zivil präsent gewesen. Die Vorsichtsmaßnahmen haben laut der Sprecherin aber keine Auswirkungen auf die Standgebühren für die Händler gehabt. «Hinweise darauf, dass Besucher oder Händler abgeschreckt gewesen wären, gab es nicht», sagte sie. Im Gegenteil – es habe mehr Anfragen von Caterern als Standkapazitäten gegeben.

Mehr Händler, ein anspruchsvolleres Unterhaltungsprogramm und mehrere Kinderbelustigungen haben in diesem Jahr täglich rund 500 Besucher auf den Weihnachtsmarkt in Wittenberge (Prignitz) gezogen. Das berichtete der Wittenberger Interessenring, der den Markt vom 6. bis 10. Dezember veranstaltete. Es seien mehr Besucher und Händler als im Vorjahr vertreten gewesen.

Auch in Wittenberge seien erstmalig professionelle Bewacher auf dem Weihnachtsmarkt eingesetzt worden. Auch die Polizeistreife sei zu den Marktzeiten auf dem Marktgelände präsent gewesen. «Es gab keine besonderen Vorfälle», berichtete ein Vereinsmitglied und kündigte an, die bisherigen Sicherheitsvorkehrungen sollten künftig aufrecht erhalten werden.

Für Aufregung hatte ein verdächtiges Paket in Potsdam gesorgt. Es war in einer Apotheke nahe dem Weihnachtsmarkt abgegeben worden. Der Markt wurde vorübergehend gesperrt. Das Paket war einem bislang Unbekannten zugeordnet worden, der den Paketdienst DHL erpressen wollte. Veränderungen am Sicherheitskonzept des Marktes seien nicht geplant, betonte Stadtsprecher Marcus Klier Sprecher.

Auf allen sechs Märkten seien verstärkt Bereitschaftspolizei unterwegs gewesen, so der Sprecher weiter. Auf dem Markt «Blauer Lichterglanz» hätten die Transporter der Budenbetreiber die Zufahrtsstraßen geblockt. «Die bisherigen Markttage sind sehr friedlich und keineswegs angespannt hinsichtlich möglicher Sicherheitsbedenken verlaufen», sagte Klier. Das habe sich positiv auf die Atmosphäre ausgewirkt. Zwar seien auf einigen Märkten in diesem Jahr etwas weniger Händler und Besucher gewesen, insgesamt habe Potsdam aber weit über 650 000 Weihnachtsmarktbesucher angelockt.

«Das ist vielleicht auch eine Trotzreaktion der Gäste und Händler auf den Terroranschlag von 2016», vermutete Thomas Müller vom Brandenburgischen Schaustellerverband. Er gehe davon aus, dass besonders kleinere Weihnachtsmärkte in Brandenburg dieses Jahr mehr Besucher angezogen haben. Unter den Schaustellern habe nach dem Anschlag die Grundauffassung geherrscht, dass man sich davon nicht allzu sehr verrückt machen lassen solle.

Ihn als Schausteller hatte es in diesem Jahr verstärkt auf kleinere Märkte wie in Eisenhüttenstadt oder Neuzelle (beide Oder-Spree) gezogen. 2016 sei er noch am Opernpalais in Berlin gewesen. «Dort sind die Standgebühren aber ziemlich hoch», sagte Müller. Entscheidend sei, wer den Markt organisiere. Eine Kommunalverwaltung sei weniger auf Gewinne bedacht als private Agenturen.