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| 23:49 Uhr

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Brandenburgs Volkshochschulen suchen händeringend Dozenten

Brandenburgs Volkshochschulen fehlen Dozenten. Deswegen versuchen einige künftig auch vermehrt auf Online-Kurse, sogenannte Webinare, zu setzen.
Brandenburgs Volkshochschulen fehlen Dozenten. Deswegen versuchen einige künftig auch vermehrt auf Online-Kurse, sogenannte Webinare, zu setzen. FOTO: dpa / Angelika Warmuth
Potsdam. An vielen Volkshochschulen (VHS) in Brandenburg startet bald das Herbstsemester. Wegen fehlender Dozenten können gerade auf dem Land einige Kurse nicht mehr stattfinden.

Brandenburgs Volkshochschulen suchen in manchen Regionen händeringend nach Dozenten. „Gerade in den berlinfernen Regionen gibt es Probleme, geeignete Dozenten zu finden“, sagt die Vorstandsvorsitzende des Brandenburgischen Volkshochschulverbands, Carola Christen, der Deutschen Presse-Agentur. Das liege auch daran, dass die Honorarsätze niedrig seien.

So liegen sie in Potsdam beispielsweise im Schnitt bei 30 Euro, landesweit jedoch nur bei 19 Euro. Fahrtkosten würden zudem nicht immer erstattet. Auch in der Lehrstätte in Rathenow der Volkshochschule im Landkreis Havelland wird es zunehmend schwieriger, für kleine Fachgebiete wie zum Beispiel weniger geläufige Fremdsprachen noch fachlich qualifizierte Dozenten vor Ort zu finden.

„Thematisch gibt es Bereiche, die periodisch immer mal wieder in Mode kommen und dann zu anderen Zeiten wiederum nicht genügend Teilnehmer-Resonanz finden“, berichtet Kreissprecherin Bianca Lange. So sei gegenwärtig der Themenbereich „Textiles Gestalten» wieder sehr populär. PC-Kurse fänden dagegen nicht mehr die erhoffte Nachfrage.

In Brandenburg gibt es insgesamt 20 Volkshochschulen. Im vergangenen Jahr waren die mehr als 7600 Kurse gut besucht: Mehr als 72 000 Teilnehmer nutzten die Angebote. Weil Dozenten oder Geld fehlt, gibt es aber in mehreren Regionen Probleme.

An der VHS im Landkreis Oder-Spree fehlt es im ländlichen Raum vor allem im Bereich Sprachen an Lehrern, die Spanisch, Italienisch oder nordische Sprachen unterrichten, wie Kreissprecher Mario Behnke mitteilt. Kurse mit Spezialsoftware würden auf Grund der hohen Anschaffungskosten und der geringen Nachfrage nicht angeboten.

Insgesamt sind die Volkshochschulen im Land zu 34 Prozent durch ihre kommunalen Träger finanziert, wie die Vorstandsvorsitzende Christen erklärt. Diese Basisfinanzierung falle regional aber durchaus unterschiedlich aus, was sich dann in differenzierten Eingruppierungen der Mitarbeiter und Honorar- und Sachkostenbudgets widerspiegele „Das unterschiedliche und zum Teil niedrige Honorar wird zunehmend zum Problem“, sagt sie. Hoffnung setze der Verband von daher auf das Land. Dessen Zuschüsse machen bisher 15 Prozent der Gesamtfinanzierung der Brandenburgischen Volkshochschulen aus.

„Das Land plant ab 2019, die Fördermittel für die Grundversorgung nach Brandenburgischem Weiterbildungsgesetz aufzustocken“, informiert die Verbandschefin. Für die Einrichtungen konkret würde das eine Förderung von 32 Euro pro Stunde bedeuten. Bisher habe diese bei 22 Euro pro Stunde gelegen.

„Das begrüßen wir als entscheidenden Schritt zur Annäherung an das durchschnittliche Bundesniveau“, sagt Christen. Umso weniger könne der Verband jedoch nachvollziehen, dass die Mittel für die Landesorganisationen und Heimbildungsstätten auf niedriger Stufe stagnieren und Investitionen auf Null gesetzt wurden.

Als Ergänzung zum „sozialen Lernort“ und auch mit Blick auf den Dozentenmangel setzen die Volkshochschulen vermehrt auf „Online-Kurse“. „Da stehen wir noch ganz am Anfang“, sagt Christen. So startet in Falkensee (Havelland) demnächst der „Blended Learning-Kurs Spanisch A2“. „Er findet in einer Mischung aus Präsenz- und Onlinephasen statt“, sagt Kreissprecherin Lange. Laut Christen sind auch Webinare zur beruflichen Weiterbildung fester Bestandteil des Volkshochschulangebots.