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| 02:40 Uhr

Brandenburgs Straßen erhalten Millionenspritze

An Autobahnen in Brandenburg wird auch in diesem Jahr kräftig gebaut werden. Ein Grund dafür ist der Betonkrebs.
An Autobahnen in Brandenburg wird auch in diesem Jahr kräftig gebaut werden. Ein Grund dafür ist der Betonkrebs. FOTO: dpa
Potsdam. Das Land will in 157 Bauprojekte investieren. In der Lausitz werden einige Ortsdurchfahrten saniert und Radwege neu gebaut. Benjamin Lassiwe / iwe1

Mit rund 450 Millionen Euro will das Land Brandenburg in diesem Jahr den Ausbau von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen fördern. Das gab Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) am Freitag in Potsdam bekannt. Von den 450 Millionen Euro stammen 314 Millionen aus Bundesmitteln und 137 Millionen Euro aus Landesmitteln. Dabei werden 2017 auch 22,5 Millionen aus dem von der rot-roten Koalition zu Beginn der Legislaturperiode versprochenen 100-Millionen-Programm zum Erhalt der Landesstraßen eingesetzt. "Wir wollen das Bauprogramm schrittweise hochfahren", sagte Schneider. Ende 2017 sollen 80 Prozent der Maßnahmen dieses Programms in Angriff genommen worden sein.

In der Lausitz steht 2017 eine ganze Reihe Baumaßnahmen auf dem Programm. Geplant sind mehrere Baustellen auf der A 13, dazu eine Reihe von Ortsdurchfahrten, die saniert werden sollen - etwa in Arnsdorf an der Landesstraße 55 (Elbe-Elster), in Gulben (Spree-Neiße) an der L 50 oder in Hosena (Oberspreewald-Lausitz) an der L 58. Ebenfalls in der von Schneider vorgestellten Liste, die im Ganzen 157 Bauprojekte im ganzen Land Brandenburg umfasst, findet sich die Sanierung der Bundesstraße 101 zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda oder der B 102 zwischen Luckau und Dahme. Und auch einige neue Radwege soll die Lausitz in diesem Jahr erhalten - etwa an der Landstraße 60 zwischen Doberlug-Kirchhain und Hennersdorf. "Die Sanierung von Ortsdurchfahrten ist kostenintensiver, als wenn man einfach nur Asphalt auf eine freie Strecke aufbringt", sagte Schneider. "Aber sie ist auch ein Beitrag für mehr Lebensqualität und Verkehrssicherheit in den betroffenen Orten." Wobei manche Bauprojekte eine Chance haben, zu echten Rekordmaßnahmen zu werden: Die bereits 2009 begonnene Ortsdurchfahrt Dahme an der B 102 steht zum Beispiel immer noch in der Liste der aktuellen Baumaßnahmen.

Ähnlich ist es auch mit einem anderen Problem: Der Betonkrebs auf den Autobahnen wird den Landesbetrieb Straßenwesen wohl noch für längere Zeit beschäftigen. Denn die Verwendung schlechten Betons bei Neubauprojekten nach der Wende hat zu einer Alkali-Kieselsäure-Reaktion geführt. Der Straßenbelag bröckelt, es besteht Steinschlaggefahr. In Brandenburg betrifft das nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden des Landesbetriebs Straßenwesen, Albrecht Klein, 125 Kilometer Autobahnen, vor allem auf der A 2 und der A 9. Doch auch zwischen Staakow und Freiwalde auf der A 13 finden in diesem Jahr Baumaßnahmen wegen Betonkrebs statt, insgesamt sind für die Sanierungen bis 2023 rund 180 Millionen Euro Kosten angesetzt. Wenig Investitionen wird es 2017 dagegen im "Grünen Netz" der am wenigsten genutzten Landesstraßen geben, das aus rund 50 Prozent des Brandenburger Straßennetzes besteht. "Da machen wir nur ausnahmsweise grundhaften Ausbau", sagte Schneider. Generell werde hier nur die Befahrbarkeit der Straßen gesichert - "was auf Dauer aber keine Lösung ist." Das Ministerium strebe weiterhin die Abstufung solcher Straßen auf das Niveau einer Kreisstraße und die Abgabe an Landkreise und Kommunen an - woran Letztere aufgrund der damit verbundenen Kosten aber naturgemäß nur ein geringes Interesse haben.