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| 08:54 Uhr

Fachkräftemangel
Brandenburgs Polizei wirbt in Polen um Nachwuchs

 Gute Nachbarschaften auch in Polizeifragen. Polnische Beamte arbeiten eng mit ihren Kollegen in Brandenburg zusammen. Auch bei der Nachwuchswerbung wird über die Grenze geschaut.
Gute Nachbarschaften auch in Polizeifragen. Polnische Beamte arbeiten eng mit ihren Kollegen in Brandenburg zusammen. Auch bei der Nachwuchswerbung wird über die Grenze geschaut. FOTO: Patrick Pleul
Potsdam. Brandenburg muss jährlich 400 Polizisten neu einstellen. Wegen mangelnder Bewerbungen im Inland wurde auch in Polen geworben. Die neuen Kollegen kann das Transitland Brandenburg auch außerhalb des Grenzgebiets gut gebrauchen.

Brandenburgs Polizei wirbt auch im Nachbarland Polen um Nachwuchs. Seit 2015 seien 15 Männer und Frauen zur Ausbildung eingestellt worden, erklärte das Brandenburger Innenministerium auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag hin. Nach Abschluss ihrer Ausbildung in der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg (Oberhavel) arbeiten die ersten drei Kollegen bereits im Grenzbereich bei der Bereitschaftspolizei in Frankfurt (Oder), wie Ministeriumssprecher Ingo Decker berichtet.

Seit Beginn der Werbeaktion hatten sich Decker zufolge 354 Männer und 181 Frauen mit polnischer oder deutsch-polnischer Staatsangehörigkeit für eine Ausbildung in Brandenburg beworben. 282 hatten den mittleren Dienst, 253 den gehobenen Dienst angestrebt.

Geworben wird unter anderem mit Interviews in polnischen Medien sowie auf einer Internetseite in polnischer Sprache. Auch im Grenzgebiet verteilte Informationsblätter klärten Interessenten über die Karrierechancen bei der brandenburgischen Polizei auf. Von Zeit zu Zeit berichten nach Angaben Deckers auch Medien des Nachbarlandes über die Werbeaktion. Die Rückmeldungen hätten eine „durchweg positive Resonanz dieses Projekts“ bestätigt.

Die Grenze zwischen Brandenburg und Polen ist mehr als 250 Kilometer lang. Doch auch außerhalb des unmittelbaren Grenzgebietes komme es durch die Lage Brandenburgs als Transitland zu vielen Einsätzen der Polizei, bei denen Kollegen aus Polen beteiligt seien, sagte Decker. Die Anwerbung polnischer Bewerber werde daher auch für diese Aufgaben der Polizei fortgesetzt. „Das Projekt bildet einen kleinen, aber wichtigen Baustein in der Nachwuchsgewinnung der Polizei Brandenburgs.“

Seit Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Polen 2007 arbeiten Polizeibeamte beider Länder unter einem Dach in einem ehemaligen Grenzabfertigungsgebäude im polnischen Swiecko nahe Frankfurt (Oder) eng zusammen. In dem Polizeizentrum sind auch Grenzschutz und polnischer Zoll untergebracht. Mit dem deutsch-polnischen Polizeiabkommen von 2015 können Beamte auch im jeweils anderen Land Personalausweise kontrollieren und Fahrzeuge verfolgen.

(dpa/bob)