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| 20:26 Uhr

Brandenburg
Notaufnahmen auf dem Prüfstand

Die Notaufnahmen von Krankenhäusern sollen laut einem Beschluss vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen künftig in ein Stufensystem unterteilt werden. Je höher eine Klinik eingestuft wird, desto mehr Zuschläge erhält sie.
Die Notaufnahmen von Krankenhäusern sollen laut einem Beschluss vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen künftig in ein Stufensystem unterteilt werden. Je höher eine Klinik eingestuft wird, desto mehr Zuschläge erhält sie. FOTO: Hauke-Christian Dittrich / dpa
Berlin. Vor allem kleine Kliniken könnten unter einer drohenden Neuregelung leiden.

Nach einem am Donnerstag gefassten Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen (G-BA) soll das bisherige System der stationären Notfallversorgung deutlich geändert werden. Bisher wurde das Budget für Notfallversorgung unabhängig von der Klinik-Ausstattung vergeben. Nun sollen Krankenhäuser in drei Notfallstufen eingeteilt werden: Basisnotfallversorgung (1), erweiterte (2) und umfassende (3) Notfallversorgung. Die Mindestanforderungen für Stufe 1 sind: die Fachabteilungen Chirurgie/Unfallchirurgie und Innere Medizin, eine Zentrale Notaufnahme, nach 30 Minuten muss ein Facharzt beim Patienten sein. Je besser ausgestattet eine Klinik für Notfälle ist, desto mehr Zuschläge gibt es, denn den Kliniken entstünden laut Beschluss auch mehr Kosten für Geräte und Fachpersonal. Kleine Kliniken bekommen also weniger Geld. 628 von 1784 Kliniken in Deutschland könnten nach den neuen Standards aus der Notfallversorgung fallen und gar keine Zuschläge erhalten.

Dr. Jens-Uwe Schreck, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg, befürchtet, dass in Brandenburg viele Notaufnahmen schließen müssten. Um das zu vermeiden, hat Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) eine Ausnahmeregelung gefordert: Flächenländer müssten selbst entscheiden, in welchen Kliniken Rettungsstellen nötig sind, um eine gute Notfallversorgung zu gewährleisten. „Erst wenn die Entscheidung des G-BA den Ländern vorliegt, können wir prüfen, welche Auswirkungen sie auf die Notfallversorgung in Brandenburg hat.“ Es heißt also: abwarten.