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| 18:47 Uhr

Wahlkampfauftakt von Brandenburger Linken
„Wir sind die Stimme des Ostens“

 Die Linke in Knallbunt: Die Spitzenkandidaten  für die Landtagswahl in Brandenburg, Sebastian Walter (M.) und Kathrin Dannenberg.
Die Linke in Knallbunt: Die Spitzenkandidaten  für die Landtagswahl in Brandenburg, Sebastian Walter (M.) und Kathrin Dannenberg. FOTO: ZB / Bernd Settnik
Potsdam. Brandenburgs Linke stellen ihre Kampagne zur Landtagswahl am 1. September vor und melden den Anspruch an, auch künftig mitzuregieren. Von Benjamin Lassiwe

Auf dem Plakat steht ein großes Wort: „Osten“. Ganz in Violett gehalten, taucht es vor einem rosa Himmel aus einer stilisierten Wasserfläche auf. Oder es versinkt darin, ganz nach der Perspektive des Betrachters. Ein zweites Plakat stellt das Wort „Zuhause“ in den Mittelpunkt, ein drittes das Wort „Freiheit“, inklusive einer kleinen weißen Friedenstaube vor einem blauen Hintergrund. Alles wirkt ein bisschen so wie in den 60er-Jahren, in grellen Farben, irgendwie neonartig, poppig. Und nur ganz klein findet sich auf den Plakaten ein Hinweis darauf, wer der Urheber ist: Brandenburgs Linkspartei. Ihr klassisches Rot sucht man vergebens.

Vor der Kulisse des Potsdamer Hotels Mercure, einem der letzten prominenten DDR-Bauten im Zentrum der Brandenburger Landeshauptstadt, stellten die Spitzenkandidaten Kathrin Dannenberg und Sebastian Walter am Donnerstag zusammen mit der Landesvorsitzenden Anja Mayer die Wahlkampagne der Linken für die Landtagswahlen am 1. September vor. „Die Linke ist die Stimme des Ostens, die treibende soziale Kraft in Brandenburg“, sagte die Calauer Lehrerin, die bereits bei den Landtagswahlen 2014 auf Listenplatz zwei der Landesliste der Linken stand, und nun auf Platz eins ins Rennen geht. Dabei tritt sie im Team mit dem 29-jährigen Gewerkschaftsfunktionär Sebastian Walter an. Er betonte am Donnerstag, dass Menschen in Ostdeutschland noch immer „rund 7000 Euro brutto weniger im Jahr“ als Menschen in Westdeutschland verdienten. „Das ist ein Skandal“, sagte Walter. Neben den Großflächen gibt es auch bei den Linken kleine Plakate für die Laternenmasten. Sie enthalten jeweils ein großes Wort mit einem kleinen Zusatz – zum Beispiel: „Bus – der kann ruhig öfter kommen.“ Etwas verunglückt ist allerdings das Plakatmotiv, das auf die Forderung nach günstigen Mietwohnungen hinweisen soll. Statt „Wohnen“ steht dort nur „Wohn“, die beiden letzten Buchstaben fehlen. Dazu kommt die Forderung: „Bauen und Mieten deckeln“.

Politisch meldete die Linke gestern den Anspruch an, auch nach den Wahlen mitzuregieren. Die Partei, die in der jüngsten, am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa 16 Prozent erhielt, und damit hinter SPD, AfD und CDU und gleichauf mit den Grünen auf Platz vier lag, werde nach den Wahlen mit allen Parteien außer der AfD sprechen, sagte Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg.

 Zur CDU allerdings ging Sebastian Walter erneut auf Distanz: „Wenn deren Spitzenkandidat Ingo Senftleben Gespräche mit Ministerpräsident Dietmar Woidke ablehnt, aber mit AfD-Chef Andreas Kalbitz reden will, führen wir keine Gespräche mit der CDU.“ Senftleben hatte im Mai eine Koalition mit Woidke ausgeschlossen. Schon 2018 hatte er Gespräche mit allen gewählten Parteien angekündigt, eine Koalition mit der AfD unter Andreas Kalbitz allerdings ebenfalls ausgeschlossen.