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| 19:25 Uhr

Demo vor Kaserne
Brandenburgs Linke protestiert gegen US-Truppenbewegungen

Ein Transparent mit dem Satz „Ami go home“ hält eine Frau während einer Protestkundgebung der Brandenburger Linken gegen eine US-Truppenverlegung durch Brandenburg.
Ein Transparent mit dem Satz „Ami go home“ hält eine Frau während einer Protestkundgebung der Brandenburger Linken gegen eine US-Truppenverlegung durch Brandenburg. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Brück. Die US-Armee verlegt wieder Truppen durch die Region. Die Proteste dagegen haben nicht lange auf sich warten lassen. „Ami go home“ hieß am Montagabend.

Gegen Truppentransporte der US-Armee hat am Montag die Brandenburger Linke demonstriert. An der Kundgebung vor der Fläming-Kaserne in Brück (Potsdam-Mittelmark) mit etwa 60 Teilnehmern beteiligten sich auch der Linke-Bundestagsabgeordnete Tobias Pflüger und Linke-Chefin Diana Golze „Wechselseitige militärische Machtdemonstrationen führen nicht zu Entspannung“, sondern drehten die „Eskalationsspirale“ immer weiter, sagte Golze am Montagabend auf der Veranstaltung.

Mit der Demo reagierte die Landespartei auf die Ankündigung von Bundeswehr und US-Vertretern, dass im Mai und Juni dieses Jahres wieder US-Truppen im Zuge der Operation „Atlantic Resolve“ Brandenburg durchqueren. Mit der Aktion werden seit 2014 Einheiten der US-Armee in Nato-Länder in Ost- und Mitteleuropa verlegt, darunter rund 4000 Soldaten, Panzer, Lastwagen und andere Gefechtsfahrzeuge.

Mit dem Protest wolle man ein „deutliches Zeichen für politische Vernunft und Diplomatie setzen“, sagte Golze. „Wenn wir für einen diplomatischen Annäherungskurs mit Russland werben, dann verbinden wir das gleichzeitig mit unserer Unterstützung für die dortige Demokratiebewegung und alle Verfolgten.“

Auf der Demo vor der Kaserne hielten Teilnehmer Plakate mit Aufschriften wie „NEIN zu US-Militärtransporten durch Brandenburg!“, „abrüsten statt aufrüsten“ oder „Ami go home“ hoch und sangen Friedenslieder. Rote und blaue Fahnen mit der Friedenstaube darauf wurden nach oben gehalten. Immer wieder hupten vorbeifahrende Autos. Ein Fahrer hielt seinen Daumen nach oben aus dem Fenster. Umliegende Anwohner kamen aus den Häusern und setzten sich mit Klappstühlen an den Rand der Demo auf dem Feld vor dem Kasernengelände. Die Versammlung blieb friedlich. Rund ein Dutzend Polizisten sicherten die Aktion.

Auch die Brandenburger Grünen forderten ein besonnenes Vorgehen der Nato und ein Festhalten an der „Nato-Russland-Grundakte“, so Grünen-Landeschef Clemens Rostock. Zu der Gesamtbewertung gehöre auch ein Rückblick in die Geschichte Polens, die zeige, welche Ängste das aggressive Verhalten Russlands in der Ukraine ausgelöst hat, sagte Rostock.

Vom Hafen Antwerpen in Belgien aus sind die angekündigten US-Truppen derzeit auf dem Weg durch Brandenburg nach Osteuropa unterwegs. Auf der Schiene und auf der Straßen werden Panzer und weitere schwere Technik verlegt. Die Truppen sind die Ablösung für die im Rahmen der Operation Atlantic Resolve in Osteuropa stationierten Panzer-Einheit. es ist bereits der zweite Troppenwechsel seit dem Start der Operation Anfang 2017. Die USA hatten angekündigt, ihre Truppen alle neun Monate auszutauschen.

(dpa/bob)