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| 02:44 Uhr

Brandenburgs Lehrer auf den Barrikaden

Zahlreiche Polizisten und Lehrer haben am Mittwoch in Potsdam für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Auf Transparenten hieß es: "Sauer macht frustig" oder "Gute Bildung kostet Geld". Aufgerufen zu dem Protestzug hatten die Gewerkschaften GEW, GdP und IG Bau. Hintergrund sind seit mehr als zwei Jahren erfolglose Verhandlungen mit dem Land über die Arbeitsbedingungen.
Zahlreiche Polizisten und Lehrer haben am Mittwoch in Potsdam für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Auf Transparenten hieß es: "Sauer macht frustig" oder "Gute Bildung kostet Geld". Aufgerufen zu dem Protestzug hatten die Gewerkschaften GEW, GdP und IG Bau. Hintergrund sind seit mehr als zwei Jahren erfolglose Verhandlungen mit dem Land über die Arbeitsbedingungen. FOTO: dpa
Potsdam/Cottbus. Mehrere Tausend Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sind am Mittwoch in Potsdam für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen: Polizisten, Lehrer, Waldarbeiter. Aus Cottbus waren mehr als 1000 Lehrer angereist. Christian Taubert

Brandenburgs Lehrer sind auf den Barrikaden: Mehrere Tausend sind am Mittwoch mit Polizisten und Waldarbeitern durch die Potsdamer Innenstadt bis zum Landtagsgebäude gezogen und haben ihrem Ärger Luft gemacht. Hintergrund sind jahrelange, erfolglose Verhandlungen der Gewerkschaften GEW, GdP und IG Bau mit der Landesregierung über die Attraktivität der Jobs. "Es ist ein deutliches Warnsignal an das Land", hatte GEW-Landeschef Günther Fuchs erklärt. "Man wird uns nicht mit Peanuts abspeisen können." Das Land müsse mehr Geld für den öffentlichen Dienst ausgeben.

"Es wird immer schwieriger, Menschen nach Brandenburg zu bekommen." Es gebe zu wenige Beschäftigte. "Wir haben zehn Jahre zu wenig eingestellt." Die jüngst beschlossenen Einstellungen reichten nicht aus, um Ausfälle und das Ausscheiden von älteren Lehrern zu kompensieren.

Vor dem Dresdner Landtag hatten am selben Tag Lehrer gegen das Maßnahmenpaket gegen Pädagogenmangel im Freistaat demonstriert und es als unzureichend bezeichnet.

Die Gewerkschaft der Polizei machte in Potsdam deutlich, dass es täglich 700 Kranke im Schnitt gebe. "Die Motivation und Stimmung in der Polizei ist so schlecht wie sie noch nie war", sagte GdP-Landeschef Andreas Schuster.

Zuvor hatte es im Lehrerbereich Personalversammlungen in allen Schulämtern des Landes gegeben. Bevor aus Cottbus 21 Busse nach Potsdam abgefahren waren, herrschte vor der Lausitzarena Parkchaos, und drinnen zeigten sich mehr als 2000 Pädagogen aus dem Süden des Landes enttäuscht von der Landesregierung. Hauptpersonalrat Frank Kramer sprach in Bezug auf die tatsächliche Situation an den Schulen des Landes von "ignoranter Politik". Und er verwies auf die im Juni abgebrochenen Verhandlungen mit dem Land, weil die Landesregierung "kein ehrliches Verhandlungspaket vorlegen konnte".

Jetzt streben die Lehrer-Vertreter nach Angaben von Kramer separate Verhandlungen mit dem Bildungsministerium an, um ihren bereits seit einem Jahr auf dem Tisch liegenden Forderungen Nachdruck zu verleihen. Dazu gehören auslaufende Altersteilzeitregelungen, höhere Entlohnung oder Beförderungsmöglichkeiten in allen Schulformen.

Kramer machte wie Fuchs in Potsdam deutlich, dass die Geduld unter den Pädagogen aufgebraucht ist. Wenn das Land nicht endlich ehrlich in Verhandlungen eintrete, dann würden Lehrer nicht weiter unentgeltlich arbeiten. "Wir fordern sofortige Verhandlungen", sagte Kramer.