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Potsdam
Brandenburgs Landtag will mehr Sorbenradio

Torsten Mack ist Vorsitzender des Sorben- und Wendenbeirats des Landtags.
Torsten Mack ist Vorsitzender des Sorben- und Wendenbeirats des Landtags. FOTO: Ralf Hirschberger / dpa
Potsdam. (iwe) Brandenburgs Landtag hat sich dafür ausgesprochen, die vom Rundfunk Berlin-Brandenburg ausgestrahlten Programme in niedersorbischer Sprache zu erweitern.

Die vom Parlament gewählten Mitglieder des Rundfunkrates sollen sich dafür im Rahmen ihrer Möglichkeiten einsetzen, heißt es in einem von CDU, SPD, Linken und Grünen gemeinsam verfassten Antrag, den der Landtag am Donnerstag in Reaktion auf den ersten Sorben- und Wendenbericht der Landesregierung beschloss.

Zudem soll die Landesregierung prüfen, ob sich das Land im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel stärker an den zusätzlichen Kosten beteiligen kann, die durch den Betrieb von Witaj-Gruppen oder Kindertagesstätten entstehen.

In der Debatte betonte Kulturministerin Martina Münch, dass das Land die Kommunen bei der Umsetzung des neuen Sorben- und Wendengesetzes unterstütze. Es seien dafür bereits mehr als 100 000 Euro an Kreise, Ämter und Gemeinden ausgezahlt worden. Kritischer äußerte sich der Vorsitzende des Sorben- und Wendenbeirats des Landtags, Torsten Mack. „Bildung in der niedersorbischen Sprache sollte systematisch im Siedlungsgebiet verfügbar sein“, forderte Mack. Zudem fehle ein adäquates Fernseh- und Radioprogramm.

Zudem warnte Mack vor den durch Bergbau verursachten Schäden im Siedlungsgebiet. Nötig sei eine Verpflichtung der Tagebaubetreiber zur Kompensation von Schäden an der Substanz des sorbisch-wendischen Volkes. Auch der Sorbenrat selbst benötige eine bessere finanzielle Ausstattung.