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| 15:36 Uhr

Brandenburgs Innenministerium auf Suche: Tausende Flüchtlinge untergetaucht

Asylbewerber stehen im bayrischen Zirndorf Am Eingang zur Kantine in einer Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerberunterkunft. Viele Deutsche sind einer Umfrage zufolge der Auffassung, Kanzlerin Merkel müsse ihre Flüchtlingspolitik grundsätzlich ändern. Foto: Daniel Karmann/Archiv
Asylbewerber stehen im bayrischen Zirndorf Am Eingang zur Kantine in einer Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerberunterkunft. Viele Deutsche sind einer Umfrage zufolge der Auffassung, Kanzlerin Merkel müsse ihre Flüchtlingspolitik grundsätzlich ändern. Foto: Daniel Karmann/Archiv
Potsdam. In Brandenburg wird nach einigen tausend Flüchtlingen gesucht, die 2015 über Ungarn und Österreich ins Land kamen. Ihr Aufenthaltsort ist unklar. „Wir wissen, dass nicht alle hier bleiben wollten“, sagte der stellvertretende Sprecher des Innenministeriums, Wolfgang Brandt, am Samstag. Die Frage sei, ob die Menschen wirklich vermisst würden oder nur an einem anderen Ort lebten. dpa

Die Staatsanwaltschaft startet nun tausende einzelne Ermittlungsverfahren und will damit den Aufenthaltsort der Menschen bestimmen. 1000 Flüchtlinge seien bislang überprüft worden, hieß es. 15 bis 20 Prozent von ihnen seien „offensichtlich abgetaucht“, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Ulrich Scherding dem rbb.

„Rbb aktuell“ (Freitag) hatte berichtet, dass 2015 rund 47 000 Flüchtlinge aufgenommen wurden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wurden 18 000 der Menschen nur mangelhaft erfasst - das heißt, es fehlten bestimmte Angaben wie Fingerabdrücke. Von diesen 18 000 seien heute bis zu einem Fünftel nicht mehr auffindbar.

Es sei bekannt, dass viele Menschen, die auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung nach Deutschland kamen, später wieder vom Radar der Behörden verschwanden, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) dem Sender. Heute seien die Behörden flächendeckend mit Technik zur Speicherung der Fingerabdrücke ausgestattet, wie es sie 2015 kaum gab, sagte der Sprecher des Innenministerium den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“.