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Ehrenamtliche Floriansjünger
Brandenburgs Feuerwehren fordern hauptamtliche Kräfte

Potsdam. Einsatzbereitschaft ist nicht mehr überall gewährleistet. Benjamin Lassiwe

Brandenburgs Feuerwehren sorgen sich um ihre Einsatzbereitschaft. „Die Tageseinsatzbereitschaft wird in weiten Teilen des Landes nicht mehr von allen Feuerwehren gewährleistet“, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Werner-Siegwart Schippel, am Dienstag gegenüber dieser Zeitung. Derzeit gehe man davon aus, dass von den 38 000 Ehrenamtlichen, die heute bei den Feuerwehren sind, 2020 nur noch 35 000 und 2025 nur noch 30 000 zur Verfügung stehen. Schuld daran sind die geburtenstarken Jahrgänge, die in diesen Jahren die Altersgrenze bei den Feuerwehren erreichen. „Wir verlieren momentan rund 1000 Ehrenamtliche jährlich.“

Schippel und sein Verband fordern daher eine Verstärkung der Freiwilligen Feuerwehren durch hauptamtliche Kräfte. „Wir brauchen Hauptamtliche, die auf die Minute greifbar sind“, sagt Schippel. Es reiche nicht aus, wenn etwa eine Kommune auf ihrem Bauhof auch einige Feuerwehrleute beschäftige. „Wir brauchen Menschen, die wirklich in den Wachen arbeiten.“ Wie Schippel gegenüber der RUNDSCHAU sagte, seien solche Forderungen auch in der neuen Brand- und Katastrophenschutzkonzeption des Landes berücksichtigt. „Die Richtung stimmt.“ Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass das Ministerium derzeit mit der Erarbeitung eines derartigen Konzepts beschäftigt sei. Ein Entwurf befinde sich gegenwärtig in der Ressortabstimmung und solle im kommenden Jahr den Landtag erreichen.

Unterstützung erhielten die Feuerwehren am Dienstag im Potsdamer Landtag. „Es wird eine gemeinschaftliche Anstrengung geben müssen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Daniel Kurth. „Und es wird nur funktionieren, wenn die Kommunen gucken, wie sie das Ehrenamt stärker unterstützen, auch durch hauptamtliche Kräfte.“ Man überlege derzeit, wie man die Freiwilligen Feuerwehren durch kommunale Bedienstete ergänzen könne. „Das sind dann Kollegen, die bei der Kommune beschäftigt sind, die sich um die Lehrgangsbeschickung und die Wartung der Ausrüstung kümmern und die bei Einsätzen vom Ehrenamt verstärkt wird.“ Zudem werde derzeit überlegt, wie die im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms angemeldeten Bedarfe von rund 23 Millionen Euro für Feuerwehrgerätehäuser vielleicht doch noch finanziert werden könnten. Auch Grünen-Fraktionschef Axel Vogel erklärte, man werde vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nicht darum herumkommen, „wegbrechende Ehrenamtliche durch Hauptamtliche zu ergänzen.“