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| 16:54 Uhr

Fachtag in Groß Kreutz
Brandenburgs Feuerwehr gut gerüstet für nächste Waldbrände

 Sommer 2018:  Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz beim Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide.
Sommer 2018:  Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz beim Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide. FOTO: dpa / Julian Stähle
Groß Kreutz. Brandenburgs Feuerwehren haben ein schlimmes Einsatzjahr hinter sich. Sind sie bereit für neue Waldbrände? Darum ging es am Samstag beim Fachtag in Groß Kreutz. Von Bodo Baumert

489 Waldbrände, bei denen 1655 Hektar geschädigt wurden – so liest sich die Bilanz für die Brandenburger Feuerwehren 2018. Vor allem die Großbrände von Treuenbrietzen und in der Lieberoser Heide bleiben in Erinnerung. Anlass genug für den Landesfeuerwehrverband, sich bei einem Fachtag in Groß Kreutz eingehend mit dem Thema Waldbrand zu befassen.

„Wir sind aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Jahr besser aufgestellt“, zeigt sich der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, optimistisch. Der Fachtag habe gezeigt, wo noch Defizite vorhanden sind und wo man weitere Möglichkeiten nutzen sollte. „Es geht nicht um größere Technik sondern vor allem um die Zusammenarbeit“, so Schippel. Das betreffe etwa die Löschmittel aus der Luft. Bundeswehr und Bundespolizei müssen dazu in der Regel angefordert werden. Den Kollegen dann die nötigen Informationen vom Boden oder den immer öfter eingesetzten Drohnen zur Verfügung zu stellen, sei ein Punkt, an dem man arbeiten wolle.

 Werner-Siegwart Schippel
Werner-Siegwart Schippel FOTO: Ch. Taubert

Auch über die aus Welzow angeregten Löschflugzeuge sei diskutiert worden, berichtet Schippel. Hier sei die Bewertung der Teilnehmer aber unterschiedlich ausgefallen.

Ein konkreter Ansatzpunkt sei hingegen die Ausbildung. Hier gelte es, besonders die jüngeren Kollegen noch besser von den Erfahrungen der Älteren partizipieren zu lassen.

Helfen könnten auch Erfahrungen aus anderen Ländern wie etwa Griechenland, wo es den Wehren auch mit einfachen, kleinteiligen Mitteln gelinge, Waldbrände zu bekämpfen. „Das ist aber eher nichts für die Lausitz“, so Schippel.

Innenstaatssekretärin Katrin Lange zeigte sich offen für die Anregungen der unterschiedlichen Arbeitsgruppen beim Fachtag. „Der Sommer 2018 war für alle Einsatzkräfte ein einziger Ausnahmezustand und er soll auch eine Ausnahme bleiben. Um das zu erreichen, sind Lehren aus den Einsätzen zu ziehen. Veranstaltungen wie diese tragen maßgeblich dazu bei, neue Impulse zu setzen, um noch besser auf kommende Waldbrände vorbereitet zu sein“, so Lange.

Werner-Siegwart Schippel gibt sich aber keinen Illusionen hin: „Uns ist allen klar, dass es in Zukunft nicht weniger Waldbrände werden und wir uns der Situation stellen müssen.“