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| 19:47 Uhr

Zukunftspreis Brandenburg
Ehrung für innovative Mittelständler

Stehen auf Technik: Julia (l.) und Ricarda Schlieper wollen zum erfolgreichsten John­Deere­Händler Deutschlands werden. Am Freitagabend gab es für sie einen der begehrten Brandenburger Zukunftspreise.  Foto: Michèle­Cathrin Zeidler
Stehen auf Technik: Julia (l.) und Ricarda Schlieper wollen zum erfolgreichsten John­Deere­Händler Deutschlands werden. Am Freitagabend gab es für sie einen der begehrten Brandenburger Zukunftspreise. Foto: Michèle­Cathrin Zeidler FOTO: Michèle­Cathrin Zeidler / LR
Neuhardenberg. „Der Zukunftspreis zeigt auf beeindruckende Art und Weise, welche Innovations- und Leistungskraft in der märkischen Wirtschaft steckt.“ Für Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) steht die mittlerweile zum 14. Mal verliehene Ehrung für die Tugenden hiesiger Unternehmer. Von Hajo Zenker

 „Mit diesem Preis bekommen brandenburgische Leuchttürme die Wertschätzung, die sie verdienen“, freute sich Minister Gerber am Freitagabend in Neuhardenberg. Diese Unternehmen seien Vorbilder. „Aber Vorbild wird man nicht allein durch hohe Umsatzzahlen. Dazu gehören auch eine hohe Wertschätzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine gebührende Anerkennung ihrer Leistungen – und die ist bei den heutigen Preisträgern gelebter Alltag“, betonte der Minister.

Dass auch der Zukunftspreis für Mitarbeitermotivation sorgen kann, betonte Carsten Christ, der neu gewählte Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg. Und Christ kennt sich damit aus - vor fünf Jahren hatte sein Unternehmen selbst diese Ehrung erhalten. Und die wirke nicht nur nach innen: „Der Zukunftspreis hat eine unwahrscheinliche Strahlkraft nach außen.“

Im Fall der Zedas GmbH aus Senftenberg reichen die Strahlen bis nach China und Las Vegas - das Unternehmen hilft mit seinen Programmen etwa Bahnunternehmen, Züge effektiv zusammenzustellen. Für den Cottbuser IHK-Präsidenten Peter Kopf Beleg dafür, „dass sich auch abseits großer Metropolen erfolgreiche, innovative Firmen entwickeln können“. Angesichts des Strukturwandels in der Lausitz sei das besonders wichtig.

Auch das Eis der Beeskower Firma IceGuerilla ist mittlerweile längst nicht mehr nur ein märkischer Geheimtipp - über den Onlineshop kann man das handwerklich gefertigte Eis in vielerlei Sorten auch an der Küste oder auf den Bergen essen. Kein Wunder, dass sich der Frankfurter Handwerkskammerpräsident Wolf-Harald Krüger darüber freute, „dass hier analog gefertigt und digital vertrieben wird - das ist ganz nach meinem Geschmack.“ Damit noch mehr Eisliebhaber auf den Geschmack kommen können, wurde am Donnerstag der Grundstein für die neue Fertigungsstätte gelegt, mit der die täglich produzierte Menge verzwanzigfacht werden soll. Aber weiterhin in Handarbeit - „denn Eis ist unsere Liebe“, sagte Geschäftsführer Ralf Schulze.

Zu den Zukunftspreisträgern gehören auch die Software-Experten der Firma Zedas­ aus Senftenberg. Hier Geschäftsführer Wolfgang Jahn (r.) mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Foto: Steffen Rasche
Zu den Zukunftspreisträgern gehören auch die Software-Experten der Firma Zedas­ aus Senftenberg. Hier Geschäftsführer Wolfgang Jahn (r.) mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Foto: Steffen Rasche FOTO: Steffen Rasche / MOZ

Leidenschaft und Durchhaltevermögen sind es denn auch, die erfolgreiche Unternehmer brauchen. Auch wenn, wie bei der Körber & Körber Präzisionsmechanik GmbH aus Birkenwerder, zwischenzeitlich die Finanz- und Wirtschaftskrise einen fast in die Knie zwingt. Oder, wie bei Boryszew Oberflächentechnik Deutschland GmbH in Prenzlau, ein Großbrand fast alles zerstört. Aufstehen, aufbauen gehört auch dazu, wenn man bestehen will. Und, so der uckermärkische Geschäftsführer Lutz Suhrbier, Zusammenhalt im Betrieb. „Als der Wiederaufbau beschlossen war, da leuchteten die Augen der Mitarbeiter, das hat zusätzliche Motivation gegeben.“

Schließlich gab es am Freitagabend im Schloss Neuhardenberg noch eine Premiere: Mit Manfred Seyfarth konnte erstmals ein Unternehmer den Preis zum zweiten Mal in Empfang nehmen - 2007 für sein Müncheberger Unternehmen UGT, nun für sein Lebenswerk. An 1000 Standorten auf allen Kontinenten stehen die Geräte, die Umweltveränderungen messen. Trotz der Lebenswerk-Ehrung sieht Seyfarth die Ehrung als Ansporn, weiter zu machen: „Der Preis heißt doch Zukunft - es geht also weiter.“