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| 09:14 Uhr

Kunden in Brandenburg und Berlin
Brandenburger Zoll hebt Drogen-Shop im Netz aus

Im Darknet können Kunden Drogen anonym kaufen. Wenn diese verschickt werden, müssen allerdings Adressen genannt werden. Dann kann die Polizei zugreifen.
Im Darknet können Kunden Drogen anonym kaufen. Wenn diese verschickt werden, müssen allerdings Adressen genannt werden. Dann kann die Polizei zugreifen. FOTO: Boris Roessler
Berlin. Internetspezialisten des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg ist offenbar ein Schlag gegen eine Drogenplattform im Internet gelungen. Gegen 1500 Kunden aus Berlin und Brandenburg wird nun ermittelt.

Wie die Berliner Morgenpost berichtet, soll der Drogen-Shop im Darknet, dem geheimen Teil des Internets, betrieben worden sein. Ermittlungen sind dort aufgrund der Anonymität besonders schwierig. Den Bericht zufolge ist es den Zollfahndern allerdings gelungen, eine Sendung abzufangen und so an die Daten des Shop-Betreibers heranzukommen. So ließen sich offenbar die Spuren zu den Kunden des Drogenanbieters zurückverfolgen.

Die Daten von 1500 Kunden konnten gesichert werden. „Ein Großteil der Auftraggeber sind Berliner und Brandenburger, die demnächst Post von den Ermittlungsbehörden bekommen dürften“, schreibt die Berliner Morgenpost. Nähere Angaben machte das Zollfahndungsamt zunächst nicht.

Auch die Brandenburger Polizei ist den Drogen-Shops im Internet seit Jahren auf der Spur. „Das läuft ähnlich wie bei bekannten Online-Händlern wie Amazon ab: Der Käufer surft auf die Seite, wählt seinen Stoff aus, bezahlt per Kryptowährung Bitcoin und bekommt die heiße Ware per Post nach Hause“, erklärt der Leiter des Cyber Competence Center, Denny Speckhahn.

Immer wieder ist es Ermittlern in den vergangenen Monaten gelungen, solche anonymisierten Internetseiten zu unterwandern und gegen die Kunden zu ermitteln, auch im bereich Kinderpornografie.

Für den Rauschgiftmarkt in Brandenburg wäre ein solcher Schlag ein Erfolg. Seit 2013 ist die zahl der Drogendelikte im Land deutlich angestiegen. 7600 Fälle registrierte die Polizei 2017. Wobei das nur die Spitze des Eisbergs ist. „Das Dunkelfeld ist sehr viel größer“, bestätigt Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Besorgniserregend ist vor allem die Zahl der Drogentoten, die im vergangenen Jahr auf 30 hochgeschnellt ist. Die gesamte Bandbreite illegaler Drogen scheint dafür verantwortlich. „Als Todesursachen sind zwölf Intoxikationen durch Opioide/Opiate, Amphetamin, Ecstasy, MDMA, Kokain, GHB im Berichtsjahr erfasst worden“, so Polizeisprecher Mario Heinemann. Acht Süchtige straben berauscht bei Autounfällen, vier durch Langzeitschädigungen von diversen Betäubungsmitteln, sechs durch Suizid.

(bob)