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| 06:08 Uhr

Datenverrat
Cottbuser Datenverrat bei der Polizei hat Folgen

Der Zugriff auf Einsatzinformationen wird bei der Polizei eingeschränkt
Der Zugriff auf Einsatzinformationen wird bei der Polizei eingeschränkt FOTO: Frank Hilbert
Potsdam/Cottbus. Minister sperrt internes Informationssystem für ein Drittel aller Polizisten in Brandenburg.

Das Innenministerium in Potsdam greift gegen den Datenverrat bei der Polizei durch. Der Zugang zum internen digitalen Logbuch ist etwa einem Drittel aller Ordnungshüter jetzt verwehrt. Interna waren unkontrolliert in die sozialen Medien gelangt. Das Landeskriminalamt ermittelt wegen Geheimnisverrates.

Nach dem Messerangriff eines syrischen Flüchtlings auf ein Paar in Cottbus waren im Januar die Adresse und Telefonnummer einer Zeugin und Daten des Opfers in einem sozialen Netzwerk aufgetaucht. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat jetzt die Veröffentlichung eines Einsatzprotokolls in einer Zeitung: Eine Jägerin war im Havelland erschossen aufgefunden worden.

„Wir werfen Journalisten nicht vor, dass sie Quellen nutzen. Aber Polizisten machen sich strafbar, wenn sie solche sensiblen Informationen verbreiten“, erklärt Torsten Herbst, Sprecher des Polizeipräsidiums.

Das interne Informationssystem der Polizei sei über Jahre immer einfacher zugänglich geworden. Zum Schluss hatten rund 5000 der etwa 7200 Beamten des Polizeipräsidiums darauf Zugriff. Im System wird die Tatortarbeit mit Uhrzeiten und persönlichen Daten von Opfern, Zeugen und Verdächtigen dokumentiert. Nun müssen alle Beamten um einen Zugang bitten. Nach Prüfung jedes Einzelfalls werde es schrittweise wieder freigegeben. Die Arbeit der Polizei werde dadurch nicht beeinträchtigt. Telefonisch sei der Austausch mit den Kollegen jederzeit möglich.

Eine Arbeitsgruppe soll den Umgang mit dem Polizei-Informationssystem nun neu organisieren – für deutlich weniger Nutzer.

(kw)