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Brandenburger Politiker wollen regionale Landwirtschaft stärken

Potsdam. Brandenburgs Landespolitiker haben unmittelbar vor der Grünen Woche die Bedeutung regionaler landwirtschaftlicher Produkte für die Wirtschaft des Landes hervorgehoben. In einer "Aktuellen Stunde" auf Antrag der SPD warnte der SPD-Landwirtschaftsexperte und frühere Präsident des Landesbauernverbands, Udo Folgart, vor immer weiter sinkenden Marktpreisen in der Lebensmittelindustrie. iwe1

Einzig Biobetriebe seien stabil gewesen. Allerdings müsse das Land auch weiterhin die Bedienung aller Märkte im Auge behalten. "Wenn sich nur zehn große Milchbetriebe zur Umstellung auf Bio entscheiden würden, wäre ein Überangebot geschaffen", sagte Folgart.

Die Linken-Abgeordnete Anke Schwarzenberg nannte es eine wichtige Aufgabe, den Anteil der Regionalvermarktung zu erhöhen. Der CDU-Landwirtschaftsexperte Andreas Gliese forderte Rot-Rot auf, über eine Wiedereinführung der "speziellen Förderung des Anbaus von Eiweißpflanzen" nachzudenken, um auch möglichst viel Viehfutter regional zu erzeugen.

Zudem fehlten in Brandenburg Kapazitäten zur Veredlung landwirtschaftlicher Produkte. So gebe es etwa kaum regionale Schlachthöfe. Auch der Grünen-Abgeordnete Benjamin Raschke machte auf Defizite aufmerksam: "Wir müssen erst einmal die Grundlage für gute Produkte schaffen", sagte Raschke. Daher müsse das Land mit seinem Wassergesetz das Trinkwasser besser schützen und aufhören, Flächen im Landesbesitz zu teuer zu verkaufen.