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| 20:42 Uhr

Hackerattacke auf Politiker und Promis
Reaktionen: „Man fühlt sich ausgeliefert“

 dpatopbilder - 04.01.2019, Niedersachsen, Hannover: Auf einem Computerbildschirm ist ein Profil beim sozialen Netzwerk Twitter zu sehen, bei dem auf gestohlene Daten von Politikern verlinkt wird. Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden. (ACHTUNG: Die Links zu den Download-Seiten wurden unkenntlich gemacht!) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
dpatopbilder - 04.01.2019, Niedersachsen, Hannover: Auf einem Computerbildschirm ist ein Profil beim sozialen Netzwerk Twitter zu sehen, bei dem auf gestohlene Daten von Politikern verlinkt wird. Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden. (ACHTUNG: Die Links zu den Download-Seiten wurden unkenntlich gemacht!) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Potsdam. Sogar die Kontodaten vom Finsterwalder CDU-Politiker Rainer Genilke wurden im Netz veröffentlicht.

„Das fühlt sich nicht gut an“, sagt Klara Geywitz. „Man ist hilflos, weil man nicht weiß, was mit den Daten passiert.“ Die Potsdamer Landtagsabgeordnete, die Mitglied im Bundesvorstand der SPD ist und den Innenausschuss im Brandenburger Landesparlament leitet, ist eines der Opfer des jüngsten Hackerangriffs. Ihre Kommunikation, die sie mittels eines Internetmessengers führte, wurde von den unbekannten Eindringlingen im Internet veröffentlicht, darunter auch Passagen eines Chats mit dem Verfasser dieses Artikels.

Generell wurden im Land Brandenburg Daten von Landtagsabgeordneten aller Fraktionen veröffentlicht, nur die Alternative für Deutschland (AfD) blieb wie im Bund außen vor.

Besonders getroffen hat es den Finsterwalder CDU-Abgeordneten Rainer Genilke. „Im vergangenen Jahr habe ich mein Facebook-Profil nicht mehr erreichen können“, sagte Genilke dieser Zeitung. „Da merkte ich dann, dass irgendetwas faul war.“ Und das war es wohl auch: Das komplette Adressbuch Genilkes wurde von den Hackern im Netz veröffentlicht, dazu Dokumente, die seine persönlichen Kontodaten enthielten. „Man fühlt sich ausgeliefert“, sagt Genilke. „Das macht schon betroffen.“

Doch auch die private Adresse von Ministerpräsident Dietmar Woidke und gefälschte Adressdaten seines Herausforderers Ingo Senftleben sind von den anonymen Hackern im Internet veröffentlicht worden. SPD-Generalsekretär Erik Stohn verurteilte am Freitag den Hackerangriff. „Das ist ein klarer Versuch von Einschüchterung und ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben in unserem demokratischen Rechtsstaat“, sagte Stohn. Der Wettbewerb zwischen demokratischen Parteien finde aber durch den Wettstreit über Ideen statt. „Die SPD stellt sich gegen jeden Versuch, unserer Land durch ein Klima der Einschüchterung zu verändern.“

Wie die betroffenen Abgeordneten mit dem Hackerangriff umgehen? „Man muss sich im Internet immer darüber bewusst sein, dass der beste Datenschutz Datenvermeidung ist“, sagt die Sozialdemokratin, die auch medienpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist. „Man muss immer damit rechnen, dass es ein Restrisiko gibt.“ Aus den sozialen Netzwerken will sich Geywitz deswegen aber nicht verabschieden: „Es gehört zu meinem Beruf, mit möglichst vielen Menschen zu kommunizieren und es möglichst vielen möglich zu machen, mit mir in Austausch zu treten.“

Ähnlich sieht das Genilke. „Ich habe schon im Herbst alle meine Passwörter geändert, und mache das ohnehin recht regelmäßig“, sagt der Lausitzer Landtagsabgeordnete. „Und ich verwende dabei natürlich keine Passwörter wie 12345...“ Mehr könne er selbst wohl nicht machen. „Ich hoffe jetzt einfach mal auf die Geheimdienste des Bundes, dass man es dort schafft, die Hinterleute zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.“