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Brandenburger Politiker bejubelt Schüsse auf Polizistin

Polizisten stehen am 13.06.2017 in Unterföhring (Bayern) in der Nähe vom S-Bahnhof vor einem Krankenwagen. Bei Schüssen am S-Bahnhof in Unterföhring bei München sind am Dienstagmorgen mehrere Menschen verletzt worden, darunter eine Polizistin.
Polizisten stehen am 13.06.2017 in Unterföhring (Bayern) in der Nähe vom S-Bahnhof vor einem Krankenwagen. Bei Schüssen am S-Bahnhof in Unterföhring bei München sind am Dienstagmorgen mehrere Menschen verletzt worden, darunter eine Polizistin. FOTO: Sven Hoppe (dpa)
Potsdam. Der Potsdamer Piraten-Politiker Thomas Goede hat am Dienstag mit einem Twittereintrag für Empörung im Internet gesorgt. Er bejubelte darin die lebensbedrohlichen Schüsse auf eine Polizistin in Unterföhring. bob/mit dpa

In Unterföhring bei München wird eine Polizistin angeschossen und schwebt in Lebensgefahr. Und ein Brandenburger Bundestagskandidat hat nicht besseres zu tun, als folgendes dazu zu twittern: ""So ein Tag, so wunderschön wie heute. Weg mit dem Bullendreck. Ich mach mal den Champus auf." Mit dieser Nachricht, abgesetzt am Dienstag um 13.46 Uhr, hat Thomas Goede deutschlandweit für einen Proteststurm gesorgt.

Auch seine Partei, für die er auf der Landesliste zur Bundestagswahl in Brandenburg kandidiert, distanzierte sich am Mittwochmorgen von ihm. "Es ist in keiner Weise zu akzeptieren, wenn gefeiert wird, dass ein Mensch schwer verletzt wurde und erst recht nicht, wenn dies in der Ausübung des Polizeidienstes geschieht", heißt es in einer Stellungnahme der Piratenpartei Brandenburg.

Distanzierung von Äusserungen eines Mitglieds
https://t.co/jhRpTzPkai #Piraten

— PIRATEN Brandenburg (@piratenparteibb) 14. Juni 2017Gegen Thomas Goede sei noch am selben Abend satzungsgemäße Ordnungsmaßnahmen vom zuständigen Stadtverband Potsdam verhängt worden. "Das Mitglied ist nach Anhörung von all seinen Ämtern zurückgetreten und hat auch auf Rechtsmittel gegen die erhobenen Maßnahmen verzichtet. Er hat freiwillig auf weitere Auftritte in der Öffentlichkeit verzichtet", heißt es in der Erklärung der Piratenpartei.

Inzwischen hat auch die Polizei Brandenburg Ermittlungen wegen des Tweets aufgenommen. Goede selbst hat seinen Twitteraccount am Abend auf privat umgestellt. Seine Nachrichten sind nun nur noch für Freunde sichtbar.

Die Polizistin war am Dienstag von einem Schuss in den Kopf getroffen worden. Ein 37 Jahre alter Randalierer hatte am S-Bahnhof Unterföhring bei einer Rangelei mit einem Polizisten die Dienstwaffe des Streifenbeamten an sich gerissen und geschossen. Dabei traf er die junge Polizistin, auch zwei unbeteiligte Reisende erlitten Treffer in Arm und Bein. Der 37 Jahre alte Täter wurde ebenfalls verletzt. Gegen ihn erging Haftbefehl wegen versuchten Mordes.