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200 Millionen Euro jährlich
Brandenburger Pferdewirtschaft bringt Umsatz und Arbeitsplätze

Zwei Pferde grasen auf einer Weide. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv
Zwei Pferde grasen auf einer Weide. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv FOTO: Daniel Bockwoldt
Potsdam. Das Glück der Erde liegt sprichwörtlich auf dem Rücken der Pferde. Sie spülen aber auch Geld in die Kassen von Landwirten und Tourismusbetrieben. Wer Urlaub mit Pferden macht, greift tiefer in die Tasche.

In Brandenburg werden mittlerweile rund 200 Millionen Euro jährlich mit Pferden umgesetzt. «Pferde sind ein zunehmend ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor», sagte Kai Rückewold, Geschäftsführer von pro agro Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in Berlin-Brandenburg. Gerade in Gegenden abseits der Städte seien Pferde eine wichtige Einkommensquelle.

Das Entwicklungs-, Profilierungs- und Wertschöpfungspotenzial sei hoch. «Vor allem der Pferdetagetourismus bietet viele Möglichkeiten», sagte Rückewold. Die Zahl der Pferdeinteressierten sei beispielsweise um ein Vielfaches höher als die Zahl der aktiven Reiter. Sie seien Zielgruppe für den Tagestourismus, für Veranstaltungen rund ums Pferd, Angebote mit Pferden im «normalen» Urlaub.

Der Ausbau des Tagestourismus steigere beispielsweise den Umsatz von Restaurants und anderen gastronomischen Einrichtungen, in der Ernährungswirtschaft, von Futterlieferanten und im Einzelhandel vor Ort. Auch Hufschmiede, Osteopathen, aber auch Händler für Reitsportbedarf profitierten von dem steigenden Interesse. Für Pferdebetriebe gebe es damit Einnahmen, die unabhängig von den durch Übernachtung erzielten Umsätzen seien, sagte Rückewold.

Der Beiname «Pferdeland» werde mittlerweile zurecht getragen, heißt es bei pro agro. Drei bis vier Pferde schaffen nach den Angaben einen Arbeitsplatz. 12 000 Menschen verdienen in Berlin und Brandenburg ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt mit Pferden. Es gehe um Service und Pferdezucht. Geld in die Kassen spülten auch die Haltung von Pensionspferden oder der Tourismus mit Pferden.

Gut ein Drittel der Urlauber kommen den Angaben zufolge aus der Region Berlin-Brandenburg. Der Rest reise aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen an, hieß es.

Zwischen Uckermark und Elbe-Elster boomt laut pro agro die Pferdewirtschaft. Etwa 45 000 Pferde und Ponys werden in den 600 märkischen Pferdehöfen, Gestüten und Agrarbetrieben gehalten. Pro Kopf geben Pferdeurlauber zwischen 90 und 147 Euro am Tag aus. «Normale» Tagestouristen investieren durchschnittlich etwa 48,30 Euro.