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| 18:44 Uhr

Potsdam
Die russische Grenze ist erreicht

Helmut Kautz, Pfarrer von Brück, fährt mit bei der Planwagen-Tour nach Russland.
Helmut Kautz, Pfarrer von Brück, fährt mit bei der Planwagen-Tour nach Russland. FOTO: dpa / Manfred Kahl
Potsdam. Brandenburger Pferdewagen fahren am Dienstag nach Kaliningrad. Von Benjamin Lassiwe

Am Dienstag fahren sie das erste Mal nach Russland: Acht Planwagen, gezogen von Brandenburger Kaltblutpferden, die im Rahmen der Aktion „Titanen on Tour“ seit dem 18. Juli unterwegs nach Veliki Nowgorod in der Nähe von Sankt Petersburg sind, überqueren heute die Grenze von Polen zum Königsberger Gebiet. „Wir haben fast ein Drittel der Strecke geschafft“, sagte Thomas Haseloff am Montag bei einer Pressekonferenz zusammen mit dem Pfarrer von Brück, Helmut Kautz, und der Brandenburger Bundestagsabgeordneten Dietlind Tiemann (CDU), die die Aktion, die ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung sein soll, von Anfang an unterstützt.

Und bisher ist auch fast alles nach Plan gelaufen, von kleineren Unwägbarkeiten wie der Anmeldung einer Veranstaltung am Brandenburger Tor in Berlin einmal abgesehen: Etappe für Etappe rollen die Planwagen voran, abends gibt es ein Treffen mit der Kirchengemeinde und der Dorfgemeinschaft des Etappenzieles,  eine kleine Andacht wird gefeiert, die mitgeführte Friedensglocke geläutet, ein vom Oranienburger Bäcker Karl-Dieter Plentz gebackenes Friedensbrot verteilt. „Wir kennen alle die Zeiten, wo die Deutschen Richtung Osten gezogen sind, und das war nicht gut“, sagte Plentz am Montag. Jetzt aber ziehe man mit einer Friedensglocke nach Osteuropa, „und das ist gut.“ Die Grenze zu Russland allerdings stellt auch für das Team um den Brücker Reit- und Fahrverein noch einmal eine besondere Herausforderung dar. Gut 20 Pferde mussten die letzten Wochen in Quarantäne verbringen, um nun nach Russland einreisen zu dürfen. „Wir mussten die Tiere mit einem ungeheuren Aufwand als Sportpferde deklarieren, damit das überhaupt klappt“, sagt Haseloff. Auch große Teile des eigenen Materials werden nicht über die Grenze gelassen. Stattdessen stellen die Russen den Brandenburgern nun ein Stallzelt zur Unterbringung der Pferde zur Verfügung.

Schwierigkeiten haben die Organisatoren allerdings noch mit der Finanzierung der rund 400 000 Euro teuren Aktion. Bislang nämlich habe man erst Sponsorenzusagen über 280 000 Euro erhalten, darunter auch 67 000 Euro aus dem Etat für das „Europäische Kulturerbejahr 2018“, der von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verwaltet wird. Und das Land Brandenburg hat sich mit Lottomitteln an der Förderung der Aktion beteiligt. Damit könnte man die Aktion theoretisch finanzieren, es reiche aber noch nicht, sagt Haseloff. „Im Moment müssen wir noch jeden Euro, jeden Zloty und jeden Rubel drei Mal umdrehen.“ Weitere Spenden für die Aktion zur Völkerverständigung seien daher höchst willkommen.