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Brandenburger Landwirte fordern mehr Unterstützung

Paaren/Glien ist traditionell der Standort der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala).
Paaren/Glien ist traditionell der Standort der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala). FOTO: dpa
Paaren/Glien. Die Brandenburger Landwirte vermissen zunehmend eine Wertschätzung ihres Berufs. Landwirte würden mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, am Freitag in Paaren/Glien (Havelland) auf der Landesbauernversammlung. dpa/uf

Oft würden diese mit der Lösung der Probleme dann allein gelassen. Wendorff mahnte von der Politik mehr Unterstützung an.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) appellierte an die Bauern, Verbraucher mit ihrem zunehmenden Interesse an allen Fragen der Landwirtschaft ernst zu nehmen.

"Bei der künftigen Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik brauchen wir Stabilität und Augenmerk", betonte der Präsident des Landesbauernverbandes. Förderungen für benachteiligte Flächen seien weiter notwendig. Zu schaffen mache den Bauern immer noch der Preisverfall bei Milch. Kostendeckend könne bislang nicht gearbeitet werden. Als Konsequenz seien Milchkühe abgeschafft und Betriebe geschlossen worden.

Es müsse auch die Bereitschaft geben, den Bauern bei notwendigen Veränderungen zur Seite zu stehen, so Wendorff. Trotz aller Maßnahmen für den Tierschutz spürten Tierhalter weiter pauschal Ablehnung. Es solle nicht vergessen werden, dass die Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie in Brandenburg Tausenden Menschen einen Arbeitsplatz gäben.

Ministerpräsident Woidke ermunterte die Landwirte, mehr in Dialog mit den Verbrauchern zu treten. Das Interesse an Agrarthemen sei größer geworden. Dem wachsenden Problembewusstsein müsse man sich stellen. Persönliche Kontakte und Informationen aus erster Hand würden helfen zu erklären, warum regionale Produkte etwas teurer seien.

In Brandenburg gibt es rund 5600 Agrarbetriebe. Davon sind 1400 im Landesbauernverband organisiert.

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Noch bis zum Samstag präsentieren sich rund 700 Landwirte und Aussteller mit ihren Produkten auf der größten ostdeutschen Landwirtschaftsmesse, der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala).