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Brandenburger Ex-Minister Fürniß zu drei Jahren Haft verurteilt

Der frühere brandenburgische Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU).
Der frühere brandenburgische Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU). FOTO: Uwe Anspach (dpa)
Heidelberg/Potsdam. Mit Lügengeschichten ergaunert sich Ex-Minister Fürniß hohe Geldsummen von Freunden und Bekannten. Doch sein Plan ging nicht auf. Er muss ins Gefängnis. dpa

Nach dem Ende seiner politischen Laufbahn ging es für ihn finanziell bergab: Brandenburgs früherer Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU) ist zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden, weil er Freunde und Bekannte um knapp eine halbe Million Euro betrogen hat. „Eine Rückzahlung war schlechterdings nicht möglich“, sagte der Vorsitzende Richter am Mittwoch vor dem Heidelberger Landgericht. Das habe der Angeklagte auch genau gewusst.

Immer wieder pumpte Fürniß sein Umfeld zwischen 2009 und 2014 um hohe Summen an - mit teils haarsträubenden Geschichten über Geld für die Behandlung einer schweren Krankheit und Investitionsmöglichkeiten in angeblich lukrative Geschäfte. Die Kammer sah 20 Fälle von Betrug als erwiesen an. Zu Gute hielt sie dem 70-Jährigen sein Geständnis, sein hohes Alter und seine schlechte Gesundheit. Gegen ihn sprach die hohe Summe und „der ungewöhnlich starke Vertrauensmissbrauch“.

Die Kammer zeichnete Fürniß' desaströse Geldsituation nach: Der Vorsitzende Richter sprach von einem „Absturz auf Raten“ seit seinem Rücktritt als Minister 2002. Bis 2004 bekam er Übergangsgeld, von 2010 an musste er mit rund 1500 Euro Rente im Monat auskommen. Ein Schuldenberg türmte sich auf: Allein die Sparkasse Heidelberg forderte etwa eine halbe Million Euro von ihm.

Zwischen 1984 und 1992 war Fürniß Oberbürgermeister in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis). Der Name sei in der Stadt nun verbrannt, sagte der Vorsitzende Richter. Er werde dort zuallererst mit dem Betrug in Verbindung gebracht, all seine früheren Erfolgserlebnisse würden davon überschattet.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.