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| 02:39 Uhr

Brandenburger Denkmale in Gefahr

Thomas Drachenberg
Thomas Drachenberg FOTO: dpa
Berlin. In Brandenburg sind im vergangenen Jahr neun Bauwerke von der Landesdenkmalliste verschwunden. Sie seien regelrecht zusammengebrochen und hätten aus dem Verzeichnis gestrichen werden müssen, sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg am Mittwoch in Berlin. dpa/uf

Für weitere 17 Objekte liegen nach seinen Worten bereits Abbruchgenehmigungen vor, weil sie nicht mehr zu retten sind.

In Brandenburg stehen etwa 13 000 Gebäude unter Denkmalschutz. In Gefahr sind unter anderem derzeit ein Herrenhaus in der Gemeinde Heckelburg (Märkisch-Oderland) oder etwa ein Gutshaus bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin).

Für dieses Jahr stellt das Land aus dem Haushalt rund 500 000 Euro für die Denkmalhilfe bereit. Das ist doppelt so viel Geld wie 2015. Dies sei ein Anfang, nachdem in den Vorjahren keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt wurden, betonte Drachenberg. Immer noch sei das Land bundesweites Schlusslicht bei der Denkmalförderung. Für das Bundesprogramm zur Erhaltung der Substanz stellten Bund und Land fast 1,6 Millionen Euro bereit.

Durch Fördergelder konnten wichtige Sanierungsprojekte in Angriff genommen werden, sagte Drachenberg. Zu den Erfolgen zählten etwa die Sicherung und Restaurierung der Johanniskirche in Brandenburg (Havel) sowie Pläne zum Erhalt des Kaufhauses in Seelow oder des Brauhauses des Zisterzienserklosters in Himmelpfort. Gesichert wurde auch das einzige noch erhaltene Hugenottenhaus in der Uckermark.

Der Landesarchäologe Franz Schopper übte Kritik an der geplanten Verwaltungsstrukturreform der Landesregierung. In deren Folge würde das Landesamt für Denkmalpflege geschwächt. So solle es keine zentrale Landesdenkmalliste mehr geben. "Wenn das auf die Landkreise übertragen wird, fehlt ein wichtiger Überblick", betonte Schopper.