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| 13:29 Uhr

Superschnelles Netz
Brandenburg will Testregion für 5G-Mobilfunkstandard werden

Noch schnellerer Datentransfer: Brandenburg will Testregion für den neuen Mobilfunkstandard 5G werden.
Noch schnellerer Datentransfer: Brandenburg will Testregion für den neuen Mobilfunkstandard 5G werden. FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich
Potsdam. Brandenburgs rot-rote Koalition strebt eine Bewerbung als Testregion für den neuen Mobilfunkstandard 5G an. Die Landesregierung solle beim Bund ein entsprechendes Konzept einreichen, geht aus einem am Dienstag vorgelegten Landtagsantrag der Fraktionen von SPD und Linke hervor.

So könnten zusätzliche Mittel für Forschung gewonnen und der Aufbau der 5G-Infrastruktur beschleunigt werden. Der neue Standard verspricht unter anderem eine viel höhere Geschwindigkeit als heutige LTE-Netze.

5G werde wirtschaftliches Wachstum befördern, weil sich neue Unternehmen ansiedeln könnten, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Helmut Barthel. Mit der anstehenden Versteigerung der 5G-Lizenzen an die Netzbetreiber sollte ein flächendeckender Ausbau ohne weiße Flecken verbunden werden, forderte der Abgeordnete. Zudem müsse auch auf nationaler Ebene sogenanntes Roaming - also die Nutzung des Netzes eines fremden Anbieters - eingeführt werden, um Lücken in der Versorgung zu schließen. Auf Landesebene könnten eventuell Bau- und Planungsrecht angepasst werden, um einen schnelleren 5G-Ausbau zu erreichen, sagte Barthel.

5G soll nach Angaben führender Netz-Provider ab 2020 verfügbar sein. Es soll eine um den Faktor zehn schnellere Geschwindigkeit als bisher bieten und die Spektren im Funknetz deutlich effizienter nutzen. Angestrebt ist eine Übertragungsbandbreite von theoretisch 10 Gigabit pro Sekunde (GBit/s). Das sind 10 000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Bei den derzeitigen LTE-Netzen sind im Regelbetrieb theoretische 300 Mbit/s das Höchste der Gefühle, und viele Smartphone-Nutzer surfen in Tarifen mit maximal 50 Mbit/s.

Doch wann auch normale Smartphone-Nutzer in den Genuss des schnellen 5G-Netzes kommen werden, bleibt abzuwarten.

John Delaney, Analyst beim IT-Marktforscher IDC, schätzt, dass das noch eine Weile dauern könne. Erst steht die kommerzielle Nutzung für Smart Citys oder die Anbindung etwa der Fertigungsindustrie an das Internet der Dinge an. Voraussichtlich würden private Nutzer ab 2022 oder später 5G-Smartphones in der Hand halten, meint Delaney.

In Deutschland liefern sich Vodafone und die Deutsche Telekom derzeit ein Wettrennen um das Netz der nächsten Generation und erproben 5G in ersten Tests. Auch für das Internet der Dinge bieten die Provider ein spezielles Maschinennetz an, das besonders wenig Energie benötigt, dafür aber auch durch dicke Wände funkt. Damit lässt sich etwa auch ein intelligentes Management von öffentlichem Parkraum realisieren.

(dpa/lsc)