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| 13:34 Uhr

Neue Plakate
Brandenburg wirbt mit dem Funkloch

Die neuen Plakate werden enthüllt.
Die neuen Plakate werden enthüllt. FOTO: Benjamin Lassiwe
Potsdam. Brandenburg stellt seine neuen Plakatmotive für das Landesmarketing vor. Kommen die besser an als das viel diskutierte „Es kann so einfach sein“? Von Benjamin Lassiwe

Auf dem Bild sitzen zwei Angler in einem Ruderboot, die Abendröte spiegelt sich im See. „Nicht viele Worte machen. Und trotzdem ist alles gesagt“ steht in weißer Schrift quer über das Motiv gelegt. Darunter auf rotem Grund, mit einem stilisierten, fliegenden Vogel: „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ Das Plakat ist eines von insgesamt sechs Motiven der umstrittenen neuen Landesmarketingkampagne, die am Montag in der Potsdamer Staatskanzlei vorgestellt wurden.

Auf einem zweiten Bild sitzt eine Frau auf einem Steg, benutzt ihren Laptop. „Wer auf zu neuen Ufern will, findet bei uns die meisten in ganz Deutschland“, steht auf dem Bild geschrieben. Ob die Frau allerdings gerade arbeiten kann, oder sich in einem Funkloch befindet, sieht man an Hand des Plakates nicht.

Wie der Chef der Staatskanzlei, Thomas Kralinski, am Montag in Potsdam erklärte, sollen in den nächsten Wochen, beginnend in der Lausitz, rund 500 Plakatflächen mit den Motiven der Kampagne beklebt werden. In der Woche danach sei dann Berlin an der Reihe. „Wir haben gut auf den Punkt gebracht, was Brandenburg ausmacht“, sagte Kralinski. „Wir haben eine natürliche Umgebung, in der man sein Ding machen kann, seinem Beruf nachgehen kann, eine Ausbildung machen kann.“

Das Ziel der Kampagne sei es, Brandenburg als exzellenten, naturnahen aber bezahlbaren Lebensort für alle Generationen darzustellen. Man wolle eine „Sehnsucht“ und ein „Lebensgefühl der Menschen“ ansprechen, so Kralinski. Doch dann versprach sich Kralinski spektakulär: „Die Plakate illustrieren den Claim: Brandenburg, es kann so weiter... es kann so einfach sein.“

Insgesamt steht dem Landesmarketing dafür ein Budget von rund einer Million Euro zur Verfügung. Die Plakatmotive sollen nun für etwa sechs Wochen geklebt werden, danach will die Staatskanzlei auf Guerilla-Aktionen und Präsenz in den sozialen Medien setzen. Der Geschäftsführer der für die Kampagne verantwortlichen Agentur „Scholz & Friends“, Stefan Wegner, gab Umfragwerte einer angeblich repräsentativen Online-Umfrage bekannt, wonach manche Plakate bis zu 90 Prozent Zustimmungswerte erreicht haben. Das beliebteste Motiv sei das Bild eines Sees gewesen, verbunden mit dem Slogan „Schön, wenn man da zu Hause ist, wo andere nur am Wochenende hin können.“

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg WFBB, Sebastian Saule, erklärte, die Kampagne bringe die „Erfahrungen von Unternehmern“ ein. „Wir sehen dass auch im Wirtschaftskontext der Claim sehr gut geeignet ist, Standortvorteile zu transportieren“, sagte Saule. Dazu gehörten die „einfachere Verfügbarkeit von Flächen und Fachkräften.“ Zudem werde man den Slogan bei der nächsten Auslandsaquisition der Wirtschaftsförderung in Österreich einsetzen.

„Wir wollen Testimonials von Unternehmen und Gründern einsetzen, die schon einmal die Erfahrung gemacht haben, dass es so einfach sein kann.“ Und wer in Berlin wohnt, oder im Bioladen gelegentlich Milch aus dem Ökodorf Brodowin kauft, wird die Kampagne ebenfalls wahrnehmen: Geschäftsführer Ludolf von Maltzan kündigte an, die Kampagne bei Veranstaltungen seines Unternehmens, auf Milchetiketten oder mit kleinen Postkarten in den in Berlin verbreiteten Brodowiner Lieferkörben in die Welt zu tragen.