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| 13:45 Uhr

Kleine Anfrage
Brandenburg will Halbjahreszeugnisse abschaffen

Potsdam. Brandenburgs rot-rote Landesregierung will die Halbjahreszeugnisse in den Grundschulklassen drei und vier in den nächsten Jahren abschaffen. Das geht aus einer Antwort von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) auf eine „Kleine Anfrage“ des Prignitzer CDU-Landtagsabgeordneten Gordon Hoffmann hervor, die der RUNDSCHAU vorliegt. Von Benjamin Lassiwe

„Mit der geplanten Änderung der Grundschulverordnung tritt an die Stelle des Halbjahreszeugnisses verbindlich das standardisierte Lernentwicklungsgespräch in der Jahrgangsstufe 3 ab dem Schuljahr 2020/2021 und in der Jahrgangsstufe 4 ab dem Schuljahr 2021/2022“, heißt es darin.

„Das zeigt, dass die SPD offensichtlich doch wieder die Rolle rückwärts macht“, sagte Hoffmann auf Anfrage der RUNDSCHAU. Nachdem bereits die Noten in der zweiten Klasse abgeschafft wurden, würden nun auch die Halbjahreszeugnisse abgeschafft.

Dies sei ein weiterer Schritt in Richtung Belanglosigkeit. „Ich glaube, dass das ein Schritt in die falsche Richtung ist“, sagte Hoffmann. „Eltern und Kinder wollen Notenzeugnisse, weil das eine akzeptierte Form der Rückmeldung über den Leistungsstand des Kindes ist.“ Tatsächlich werden die Halbjahreszeugnisse der vierten Klasse aber noch aus einem anderen Grund gebraucht: Sollen Kinder bereits ab der fünften Klasse ein Gymnasium besuchen, wie es in Brandenburg an insgesamt 35 Schulen im Rahmen so genannter Schnelläuferklassen möglich ist, ist das Halbjahreszeugnis der vierten Klasse dafür entscheidend. „Voraussetzung für den Besuch einer Leistungs- und Begabungsklasse ist, dass auf dem Halbjahreszeugnis der Jahrgangsstufe 4 die Notensumme 5 in den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache oder Deutsch, Mathematik und Sachunterricht nicht überschritten wird", heißt es auf der Homepage des Potsdamer Bildungsministeriums. Wie das künftig geschehen soll? Auf Nachfrage der RUNDSCHAU kündigte eine Sprecherin des Bildungsministeriums am Dienstsag eine Beantwortung dieser Frage „bis Donnerstag“ an.